Kälte lässt sich mit Ausrüstung lösen, Hitze nur mit Planung. Das ist der wesentliche Unterschied zwischen einer kalten und einer heißen Campingwoche.

Der Stellplatz entscheidet

Ein Zelt in der Vormittagssonne ist bis zum Abend heiß. Deshalb ist der wichtigste Beitrag zur Hitzeplanung die Ausrichtung:

  • Baumschatten für den Nachmittag ist mehr wert als Schatten am Morgen.
  • Schlafkabine nach Osten, damit sie am Abend im Schatten liegt und nachts auskühlt.
  • Abstand zu großen Blechflächen – Wohnmobile und Autos strahlen Wärme ab.
  • Luftzug. Ein Platz mit freier Anströmung ist kühler als eine windgeschützte Ecke, auch wenn er unruhiger wirkt.

Mehr zur Auswahl steht im Beitrag Stellplatz auswählen, zur Physik im Zelt in Hitze im Zelt.

Der Tagesablauf

  1. Früh aufstehen. Zwischen sechs und zehn ist die beste Zeit des Tages – für alles.
  2. Mittags nichts vorhaben. Schatten, Wasser, Lesen, Schlafen. Zwischen zwölf und sechzehn Uhr wird nicht gewandert und nicht gebaut.
  3. Abends kochen und essen, nicht mittags. Ein Kocher im Vorzelt macht die Hitze schlimmer.
  4. Spät zu Bett. Das Zelt kühlt erst nach Sonnenuntergang aus; wer um 21 Uhr hineingeht, liegt in einem Backofen.

Kühlung und Vorräte

Bei über dreißig Grad arbeitet jede Kühlbox an der Grenze. Praktisch heißt das: weniger und häufiger einkaufen, empfindliche Lebensmittel zuerst verbrauchen und die Box im Schatten und nicht im Auto lagern. Näheres steht in Lebensmittel lagern bei Hitze und Kühlbox oder Kompressorkühlschrank.

Trinken und Kinder

Kinder melden Durst spät und trinken lieber, wenn etwas in Reichweite steht. Ein Wasserkanister mit Zapfhahn am Stellplatz und Becher für alle wirken zuverlässiger als Erinnerungen. Zum Sonnenschutz für kleine Kinder steht mehr in Sonnenschutz für Babys und Kleinkinder. Bei Anzeichen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, auffälliger Müdigkeit oder Verwirrtheit nach einem heißen Tag ist die ärztliche Bereitschaft zuständig und nicht der Schatten.

Feuer und Grill

Bei anhaltender Trockenheit gelten auf Plätzen und in der Umgebung oft Einschränkungen für offenes Feuer, teils behördlich angeordnet. Das ist keine Formsache: Ein Wiesenplatz mit trockenem Gras neben einem Kiefernwald ist bei Ostwind eine ernste Lage. Was gilt, sagt die Platzleitung.

Woher wir das wissen

An heißen Tagen verlagert sich das Leben auf einem Platz vollständig: morgens früh Betrieb, mittags menschenleer, abends ab sieben wieder voll. Wer sich diesem Rhythmus anschließt, empfindet dieselbe Hitze als deutlich erträglicher.