Der Unterschied zwischen einem Tag im Freibad und einem Campingtag ist die Dauer. Wer eine Woche draußen lebt, braucht keinen punktuellen Schutz, sondern eine Tagesstruktur.
Die Reihenfolge, die gilt
Fachgesellschaften und der Deutsche Wetterdienst empfehlen für Kinder eine klare Rangfolge: erstens Schatten, zweitens Kleidung, drittens Sonnencreme für das, was frei bleibt. Für Säuglinge gilt zusätzlich die Empfehlung, direkte Sonne ganz zu meiden. Welche Produkte und welches Vorgehen für ein bestimmtes Kind geeignet sind, klärt die Kinderarztpraxis – hier steht nur, wie sich diese Rangfolge auf dem Platz umsetzen lässt.
Schatten organisieren
- Stellplatz mit Baumschatten ist am wertvollsten und in der Hauptsaison zuerst vergeben. Danach fragt man bei der Buchung.
- Sonnensegel oder Vorzelt als mitgebrachter Schatten, der sich mit dem Sonnenstand versetzen lässt, siehe Vorzelt und Sonnensegel.
- Achtung Zeltinneres. Ein Zelt in der Sonne ist kein Schattenplatz – innen wird es schnell heißer als draußen, siehe Hitze im Zelt.
- Mittagszeit verlagern. Zwischen elf und fünfzehn Uhr ist die Strahlung am stärksten – das ist die Zeit für Zelt, Wald, Mittagsschlaf oder das Restaurant.
Kleidung
Lange, leichte und dicht gewebte Kleidung schützt zuverlässiger als jede Creme und muss nicht nachgetragen werden. Dazu ein Hut mit Krempe und Nackenschutz und – falls das Kind ihn behält – eine Sonnenbrille mit ausreichendem UV-Schutz. Am Wasser lohnt sich UV-Schutzkleidung, weil dort nasse Haut, Reflexion und lange Aufenthaltsdauer zusammenkommen.
Was leicht vergessen wird
- Bewölkung schützt kaum. Ein bedeckter Tag fühlt sich harmlos an und ist es nicht.
- Wasser reflektiert. Am Silbersee oder am Badeteich kommt Strahlung von oben und von unten.
- Ohren, Nacken, Fußrücken, Handrücken sind die Stellen, die beim Eincremen ausgelassen werden.
- Im Kinderwagen ist es nicht automatisch schattig. Ein über den Wagen gelegtes Tuch staut Hitze – besser ein Sonnensegel mit Luftzirkulation.
- Trinken. Kleine Kinder melden Durst spät. Ein Becher in Reichweite und regelmäßige Angebote sind wirksamer als Erinnerung.
Wenn doch etwas passiert
Ein Sonnenbrand bei einem kleinen Kind, Fieber, Erbrechen, Teilnahmslosigkeit oder starke Kopfschmerzen nach einem heißen Tag sind ein Fall für die ärztliche Bereitschaft und nicht für Hausmittel. Die Nummer gehört bei der Anreise ins Handy.
Woher wir das wissen
Der Unterschied zwischen einem entspannten und einem anstrengenden Sommertag auf dem Platz liegt fast immer bei der Wahl des Stellplatzes. Ein Baum über dem Zelt ist mehr wert als jede Ausrüstung, die man dagegen aufbieten kann.