Die Wahl des Stellplatzes bestimmt mehr über die Woche als jede Ausrüstung. Auf einem nicht parzellierten Wiesenplatz hat man diese Wahl – und die meisten treffen sie nach dem ersten Eindruck statt nach dem Sonnenstand.
Die Kriterien, geordnet
- Sonnenstand. Wo steht die Sonne um 15 Uhr? Schatten am Nachmittag ist im Sommer das wichtigste Einzelkriterium. Im Frühjahr und Herbst dreht sich das um – dann will man Vormittagssonne.
- Untergrund. Eben, fest genug für Heringe, nicht die tiefste Stelle der Wiese. Bei Regen sammelt sich Wasser genau dort, wo es beim Aufbau am bequemsten aussah.
- Abstand zu Wegen. Ein Platz am Durchgangsweg bedeutet Bewegung von morgens bis abends. Mit Hund oder kleinem Kind ist das der wichtigste Punkt nach dem Schatten.
- Entfernung zum Sanitärgebäude. Nah heißt kurze Wege nachts und Geräusch bis Mitternacht. Die gute Distanz sind fünfzig bis hundert Meter – weit genug für Ruhe, nah genug für Kinder.
- Nähe zum Spielplatz. Mit Kindern zwischen vier und zehn ein echter Vorteil: Man sieht sie und muss nicht mitgehen. Mit Babys eher nicht.
- Wind. Auf offener Wiese die Wetterseite ansehen. Eine Hecke im Rücken ist im Frühjahr viel wert, im Hochsommer verhindert sie die Durchlüftung.
- Bäume. Schatten ja – aber nicht unter Totholz, nicht unter Nadelbäumen, die harzen, und nicht unter Eichen, deren Astbruch bei Trockenheit vorkommt.
Der Rundgang vor dem Aufbau
Zehn Minuten zu Fuß über den Platz, bevor das Auto abgestellt wird, sparen einen halben Tag Ärger. Worauf man dabei achtet: Wo laufen die Wege? Wo stehen andere Familien mit Kindern im gleichen Alter? Wo ist es um diese Uhrzeit schattig, und wo wird es das in drei Stunden sein? Und: Ist der Boden dort trocken, oder ist er nur heute trocken?
Auf einem parzellierten Platz
Dort ist die Wahl kleiner, aber nicht null. Man kann Wünsche bei der Buchung angeben – Schatten, Randlage, Nähe zum Spielplatz, Abstand zum Sanitärgebäude – und danach richtet sich die Zuweisung im Rahmen des Möglichen. Was den Unterschied zwischen beiden Platztypen ausmacht, steht im Beitrag Nicht parzelliert: Was ein naturbelassener Platz bedeutet.
Was man leicht falsch macht
- Nach der Aussicht wählen. Der Blick ist nach zwei Tagen normal, der fehlende Schatten nicht.
- Zu nah an den Nachbarn. Auf einer freien Wiese wirkt Abstand großzügig – im Zweifel ist er es für beide Seiten.
- Die Mulde nehmen, weil sie windgeschützt ist. Bei Regen steht man darin.
- Ausrichtung vergessen. Die Schlafkabine nach Osten, der Eingang nicht in die Wetterrichtung – zwei Entscheidungen, die nachher nicht mehr korrigierbar sind.
Woher wir das wissen
Gäste, die einen Platz wechseln wollen, nennen fast immer denselben Grund, und es ist nicht die Nachbarschaft: Es ist die Sonne am Nachmittag. Deshalb ist dieser Punkt bei uns der erste auf der Liste.