Der September ist unter Campingfamilien der offene Geheimtipp, und der Oktober ist es für die, denen der September zu voll ist.
Was für den Herbst spricht
Der Platz ist leer
Nach den Sommerferien fällt die Belegung deutlich. Für Familien mit noch nicht schulpflichtigen Kindern ist das der entscheidende Vorteil: mehr Auswahl beim Stellplatz, kein Andrang im Sanitärgebäude, ruhigere Abende.
Das Wasser ist noch warm
Ein Naturbadeteich hält die im Sommer gespeicherte Wärme bis weit in den September. Häufig ist das Wasser dann wärmer als die Luft – und angenehmer als im Juni.
Weniger Insekten
Mücken und Wespen lassen mit den ersten kühlen Nächten spürbar nach. Der Frühstückstisch wird deutlich entspannter.
Die Natur zeigt mehr
Pilze nach Regen, Spinnennetze im Tau, Zugvögel über der Elbaue, Laubfärbung. Der Herbst ist für Naturbeobachtung mit Kindern die ergiebigste Jahreszeit – im Hochsommer versteckt sich das meiste vor der Hitze.
Was man anders macht
1. Wärmer schlafen
Die Nächte fallen auf einstellige Werte, in Flussnähe früher als anderswo. Das heißt konkret:
- Dickere Unterlage oder zwei Lagen – wichtiger als der Schlafsack
- Schlafsack mit Komforttemperatur um fünf Grad statt fünfzehn
- Mütze und trockene Kleidung zum Schlafen
- Eine Decke zusätzlich, griffbereit im Zelt
2. Feuchtigkeit einplanen
Morgens ist alles nass – vom Tau, nicht vom Regen. Ein Zelt trocknet im Herbst deutlich langsamer als im Sommer. Wer abreist, muss damit rechnen, es zu Hause noch einmal aufzubauen.
Im Wohnwagen wird Lüften wichtiger: Feuchtigkeit, die im Sommer verdunstet, schlägt sich im Herbst nieder.
3. Den Abend planen
Um 19 Uhr ist es dunkel. Das verkürzt den Tag draußen erheblich und macht Licht, Feuer und einen überdachten Platz wichtiger. Für Familien ist das kein Nachteil – der Abend am Feuer beginnt einfach früher.
Die Unterkunftsfrage
Im September funktioniert ein Zelt gut, im Oktober wird es für Familien mit kleinen Kindern mühsam. Ab dann sind beheizbare Mietunterkünfte die angenehmere Wahl – mit dem gleichen Vorteil des leeren Platzes, aber ohne die kalte Nacht.
Was zusätzlich mitmuss
- Gummistiefel und Regenkleidung, auch bei guter Vorhersage
- Warme Schicht mehr als geplant, für alle
- Licht: Laternen, Stirnlampen, Lichterkette
- Etwas Warmes zu trinken für abends
- Bei Gasheizung: eine volle Flasche mehr, als der Sommer braucht
Der Saisonschluss
Viele Plätze schließen im Oktober oder reduzieren das Angebot – Gastronomie, Animation und Teile der Sanitäranlagen. Wer in der Nachsaison fährt, sollte vorher fragen, was noch geöffnet ist. Die Auskunft gibt der Platz, nicht der Kalender.
Woher wir das wissen
Der September ist der Monat, in dem Familien mit Kleinkindern und Menschen ohne Schulkinder kommen. Beide sagen dasselbe: Es ist derselbe Platz, aber ein anderer Urlaub.