Regional einkaufen heißt vor allem: saisonal einkaufen. Wer wissen will, was aus der Region kommt, braucht keinen Herkunftsaufkleber, sondern einen Kalender.

Frühjahr

  • März und April: die dünnste Zeit des Jahres. Lagerware – Kartoffeln, Möhren, Kohl, Zwiebeln – und die ersten Salate und Radieschen aus geschütztem Anbau. Bärlauch im Auwald, aber nur mit Sachkunde, siehe Kräuterwanderung mit Kindern.
  • Ab Mitte April bis Ende Juni: Spargel. Der wichtigste Saisonstrang der Region, mit einem festen Ende am 24. Juni, siehe Die Spargelsaison und der Johannistag.
  • Mai: Rhabarber, Kohlrabi, Spinat, junge Möhren, erste Kräuter.

Sommer

  • Juni: Erdbeeren – die zweite große Saison der Region, siehe Die Erdbeersaison. Dazu Salate, Zucchini, erste Bohnen.
  • Juli: Johannisbeeren, Himbeeren, Kirschen, Gurken, Tomaten, Blumenkohl, Brokkoli, Frühkartoffeln.
  • August: die reichste Zeit. Zwetschgen, Mirabellen, Äpfel der frühen Sorten, Bohnen, Mais, Paprika, Zwiebeln, Getreideernte.

Herbst

  • September: Äpfel und Birnen, Zwetschgen, Kartoffeln, Kürbis, Rote Bete, Pilze bei passender Witterung – wobei fürs Sammeln gilt, was in Pilze und Beeren steht.
  • Oktober: Kürbis in voller Breite, siehe Kürbis im Herbst, dazu Kohlarten, Lauch, Pastinaken, Walnüsse, späte Äpfel. Beginn der Wildsaison, siehe Wild aus der Region.
  • November: Wurzelgemüse, Kohl, Rosenkohl, Grünkohl nach den ersten kalten Nächten, siehe Grünkohl.

Winter

  • Dezember bis Februar: Lagergemüse und Kohl. Grünkohl, Rosenkohl, Weißkohl, Rotkohl, Wirsing, Möhren, Sellerie, Pastinaken, Steckrüben, Lagerkartoffeln, Lageräpfel.
  • Konserviertes: Eingekochtes, Eingelegtes, Sauerkraut. Die klassische Antwort auf den Winter, und der Grund, warum die regionale Küche so viel Eingelegtes kennt.

Was den Kalender in der Praxis verschiebt

  1. Das Wetter. Ein kaltes Frühjahr verschiebt den Spargelstart um Wochen, ein warmes zieht die Erdbeeren vor.
  2. Geschützter Anbau. Folie und Tunnel verlängern die Ränder der Saison an beiden Enden.
  3. Lagerung. Äpfel, Kartoffeln und Kohl sind Monate nach der Ernte noch regional – das ist kein Etikettenschwindel, sondern Vorratshaltung.
  4. Sorten. Frühe und späte Sorten derselben Art können mehrere Wochen auseinanderliegen.

Wozu das gut ist

Wer im Urlaub selbst kocht, kauft mit diesem Kalender im Hofladen statt im Supermarkt. Wer essen geht, erkennt an der Karte, ob eine Küche saisonal arbeitet: Spargel im August und Erdbeeren im Oktober sind eine klare Aussage – und Grünkohl vor dem ersten Frost auch.

Woher wir das wissen

Die beiden Stränge, an denen sich in dieser Region alles ausrichtet, sind Spargel im Frühsommer und Kohl im Winter. Wer die beiden kennt, hat den Kalender im Wesentlichen – der Rest liegt dazwischen.

Offenlegung

Das Restaurant „Zum Indianer“ liegt am Familien-Campingplatz Bertingen und gehört zum selben Betrieb wie dieses Portal. Termine, Preise und Anmeldung stehen ausschließlich auf zum-indianer.de – hier steht nur, worum es geht. Wie wir mit solchen Fällen umgehen, erklären die Redaktionellen Grundsätze.