Die Spargelsaison hat in Deutschland ein festes Ende: den 24. Juni, den Johannistag. Danach wird nicht mehr gestochen. Das klingt nach Brauchtum und ist in Wahrheit Pflanzenbau.

Warum ausgerechnet dieses Datum

Spargel ist eine mehrjährige Staude. Was geerntet wird, sind die jungen Triebe, die die Pflanze aus ihrem Wurzelstock schiebt. Jeder gestochene Trieb ist ein Trieb, der nicht zu Laub wird. Nach dem Stechen braucht die Pflanze rund hundert Tage, in denen sie ihr feines Kraut ausbilden und über Photosynthese Reserven für das nächste Jahr einlagern kann. Rechnet man vom Johannistag rund hundert Tage weiter, landet man Ende September – dann geht die Vegetationsperiode zu Ende. Das Datum ist also kein Feiertagsgedanke, sondern eine Frist.

Wer länger sticht, erntet im Folgejahr weniger und schwächt die Anlage dauerhaft. Ein Spargelfeld trägt bei guter Pflege viele Jahre – diesen Zeitraum riskiert niemand für drei zusätzliche Erntewochen.

Wann die Saison beginnt

Der Anfang ist beweglich, denn er hängt an der Bodentemperatur. Der Spargel wächst, wenn es im Damm warm genug ist; kalte Frühjahre verschieben den Start um Wochen. Deshalb gibt es kein Startdatum, sondern nur eine Spanne – meist zwischen Mitte April und Anfang Mai, in warmen Jahren früher. Folienabdeckungen können den Damm erwärmen und den Beginn vorziehen.

Warum das für die Altmark eine Rolle spielt

Die sandigen, gut durchlässigen Böden der Region eignen sich für Spargel. Er wird hier angebaut und in der Saison direkt vermarktet – vom Feld über den Hofverkauf oder den Stand am Straßenrand auf den Teller, oft am selben Tag. Der Unterschied zu Ware, die mehrere Tage unterwegs war, ist bei Spargel besonders gut zu schmecken, weil er Wasser verliert und dabei zäh und bitter wird. Mehr dazu im Beitrag Spargel direkt vom Feld.

Was die Saison für die Küche bedeutet

Ein Gericht, das es nur zehn Wochen im Jahr gibt, hat eine andere Stellung auf der Karte als eines, das immer geht. Küchen, die regional einkaufen, richten den Frühsommer danach aus – und lassen den Spargel danach weg, statt auf Importware auszuweichen. Das ist die ehrlichere Variante, auch wenn Gäste im Juli noch danach fragen.

Woher wir das wissen

Die Frage „Gibt es noch Spargel?“ kommt jedes Jahr bis weit in den Juli. Die Antwort bleibt dieselbe, und sie fällt leichter, wenn man den Grund dazusagt: Die Pflanze braucht den Rest des Sommers für sich.

Offenlegung

Das Restaurant „Zum Indianer“ liegt am Familien-Campingplatz Bertingen und gehört zum selben Betrieb wie dieses Portal. Termine, Preise und Anmeldung stehen ausschließlich auf zum-indianer.de – hier steht nur, worum es geht. Wie wir mit solchen Fällen umgehen, erklären die Redaktionellen Grundsätze.