Der Campingplatz liegt im Bereich des Biosphärenreservats Mittelelbe, das Teil des länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe ist. Für Gäste ist das erst einmal eine gute Nachricht – und dann eine Frage der Regeln.

Wie ein Biosphärenreservat aufgebaut ist

Anders als ein reines Schutzgebiet arbeitet ein Biosphärenreservat mit abgestuften Zonen:

  1. Kernzone. Natur ohne Nutzung. Betreten ist grundsätzlich nur auf ausgewiesenen Wegen oder gar nicht erlaubt.
  2. Pflegezone. Schutz durch gezielte Nutzung – etwa Mahd zum richtigen Zeitpunkt. Betreten meist auf Wegen möglich.
  3. Entwicklungszone. Hier wird gelebt und gewirtschaftet. Die Orte, Höfe und Betriebe liegen hier.

Das Modell ist ausdrücklich eines des Miteinanders: Menschen sollen die Landschaft nutzen, aber so, dass sie erhalten bleibt. Deshalb sind Wanderwege, Radrouten und Aussichtspunkte gewollt – und deshalb sind bestimmte Flächen konsequent tabu.

Was in aller Regel gilt

  • Auf den Wegen bleiben. Die wichtigste Regel überhaupt und die mit der größten Wirkung.
  • Hunde anleinen, besonders in der Brut- und Setzzeit im Frühjahr und Frühsommer.
  • Nicht in Uferzonen und Röhrichte – dort brüten Vögel bodennah.
  • Kein Feuer außerhalb ausgewiesener Stellen, kein Grillen in der freien Landschaft.
  • Kein Zelten und kein Übernachten im Fahrzeug außerhalb zugelassener Plätze, siehe Campingplatz, Stellplatz, Wildcamping.
  • Nichts entnehmen: keine Pflanzen, keine Tiere, kein Totholz, keine Steine.
  • Keine Drohnen ohne Genehmigung – über Schutzgebieten gelten zusätzliche Beschränkungen.
  • Müll wieder mitnehmen, vollständig.

Verbindlich ist immer die Beschilderung vor Ort und die Auskunft der Verwaltung des Biosphärenreservats beziehungsweise der unteren Naturschutzbehörde. Regeln unterscheiden sich zwischen Zonen und teils zwischen einzelnen Flächen; eine allgemeine Liste ersetzt sie nicht.

Warum die Elbaue besonders ist

Die Mittelelbe ist einer der wenigen großen Flussabschnitte Mitteleuropas mit weitgehend erhaltener Auendynamik: Überflutung im Frühjahr, Altarme, Auwald. Davon hängen Arten ab, die anderswo verschwunden sind – Biber, Seeadler, Wiesenbrüter, Auwaldbäume, die wochenlanges Hochwasser überstehen. Diese Lebensräume brauchen nicht besonders viel, sie brauchen vor allem Ruhe zur richtigen Zeit.

Was man mit Kindern daraus machen kann

Die Zonen sind für Kinder erstaunlich gut verständlich, wenn man sie als drei Regeln erklärt: Hier wohnen die Tiere allein. Hier wohnen sie mit uns zusammen. Hier wohnen wir. Danach ist die Frage „Warum dürfen wir da nicht hin?“ meist beantwortet – und die Antwort ist besser als ein Verbot.

Beobachten lässt sich innerhalb der Regeln viel: Vögel der Elbaue, Biberspuren, Störche. Nichts davon verlangt, einen Weg zu verlassen.

Woher wir das wissen

Die Regel, die am häufigsten unbeabsichtigt gebrochen wird, ist nicht das Sammeln, sondern das Abkürzen: ein Trampelpfad quer durch die Wiese, weil er kürzer ist. Genau dort brüten die Vögel, die man auf dem Weg beobachten wollte.