Gewitter gehören im Sommer dazu, besonders in der Elbaue nach heißen Tagen. Die meisten ziehen ohne Schaden durch. Vorbereitet zu sein kostet zehn Minuten.

Vorher: die zehn Minuten

  • Wetter prüfen, bevor der Tag beginnt. Warnungen des Deutschen Wetterdienstes sind kostenlos und für die Region genau genug.
  • Alles Lose sichern. Stühle, Tische, Wäscheständer, Sonnensegel. Bei einer Böenfront fliegt, was nicht festgemacht ist – und das trifft dann das Zelt des Nachbarn.
  • Sonnensegel abbauen, nicht nur lockern. Es ist bei Sturm das größte Risiko am ganzen Stellplatz.
  • Sturmleinen nachziehen.
  • Wissen, wohin. Klären Sie vorher, wo das feste Gebäude ist – Sanitärgebäude, Aufenthaltsraum, Rezeption.

Während: wohin man geht

Am sichersten: ein festes Gebäude oder ein Auto mit geschlossenem Metalldach. Beides wirkt wie ein faradayscher Käfig.

Nicht sicher: ein Zelt. Das Gestänge bietet keinen Schutz und kann im ungünstigen Fall sogar eine Rolle spielen. Ein Wohnwagen mit Metallaufbau bietet gewissen Schutz, ein Vorzelt keinen.

Auf keinen Fall: unter einzeln stehende Bäume, an Waldränder, auf offene Wiesen, ins Wasser oder an das Ufer. Baden gehört bei aufziehendem Gewitter sofort beendet.

Die Entfernung schätzen

Zwischen Blitz und Donner zählen und die Sekunden durch drei teilen – das ergibt ungefähr die Entfernung in Kilometern. Unter zehn Sekunden Abstand, also rund drei Kilometer, ist das Gewitter im Nahbereich. Dann gehört man ins Gebäude oder ins Auto.

Sicherheitsregel: Erst dreißig Minuten nach dem letzten Donner wieder ins Freie.

Mit Kindern

  • Vorher erklären, nicht erst wenn es kracht. Kinder, die wissen, was passiert, haben weniger Angst.
  • Das Zählen zwischen Blitz und Donner ist eine Beschäftigung, die Angst in Neugier verwandelt.
  • Taschenlampe griffbereit – bei einem Stromausfall wird es im Sanitärgebäude sonst schnell unruhig.
  • Wer ins Auto geht: Kinder mitnehmen, nicht im Zelt lassen. Das klingt selbstverständlich und passiert trotzdem.

Danach

  • Zelt und Abspannungen prüfen, bevor die nächste Nacht kommt
  • Wasser im Vorzelt hat oft eine Ursache: eine waagerechte Fläche, in der es sich gesammelt hat
  • Umgestürzte Äste melden – auf dem Platz ist das eine Sache für den Betreiber, nicht für Gäste mit Säge
  • Bei Schäden am Nachbarzelt: ansprechen, nicht ignorieren. Fliegende Campingstühle sind ein häufiger Grund für Ärger, der sich mit einem Satz auflöst.

Woher wir das wissen

Der Schaden nach einem Sommergewitter entsteht fast nie durch Blitz, sondern durch Wind – und fast immer durch Dinge, die nicht gesichert waren. Ein Sonnensegel, das um 15 Uhr abgebaut wird, ist um 17 Uhr kein Problem mehr.