Vögel zu bestimmen ist schwierig, wenn man mit dem Gefieder anfängt. Einfacher wird es über drei andere Merkmale: Wo sitzt oder fliegt der Vogel? Wie groß ist er im Vergleich zu einer bekannten Art? Was tut er? Damit kommt man in der Elbaue erstaunlich weit.
Am und über dem Wasser
- Weißstorch. Groß, weiß-schwarz, roter Schnabel, schreitet über feuchte Wiesen. Mehr dazu in Störche in der Elbaue.
- Graureiher. Ebenso groß, aber grau, steht bewegungslos im flachen Wasser und fliegt mit eingezogenem Hals – der Storch fliegt mit gestrecktem.
- Kormoran. Dunkel, sitzt oft mit ausgebreiteten Flügeln auf Pfählen und Ästen, um zu trocknen.
- Höckerschwan. Nicht zu verwechseln, aber wichtig: Während der Brut- und Führungszeit gehen Schwäne Menschen an. Abstand halten.
- Stockente. Der Vergleichsmaßstab für alle mittelgroßen Wasservögel.
- Blässhuhn. Schwarz mit weißem Stirnschild, taucht kopfüber, läuft beim Auffliegen erst über das Wasser.
Über der Wiese und am Waldrand
- Mäusebussard. Der häufigste Greifvogel, kreist über offenen Flächen, sitzt oft auf Zaunpfählen an Feldwegen.
- Rotmilan. Am tief gegabelten Schwanz erkennbar – das eindeutigste Flugbild überhaupt und für Kinder das befriedigendste.
- Kiebitz. Auf feuchten Wiesen, mit Federschopf, taumelnder Flug und lauter Ruf.
- Feldlerche. Man sieht sie selten und hört sie ständig: singt hoch stehend in der Luft über offenen Flächen.
Im Auwald
- Buntspecht. Trommelt im Frühjahr an Ästen – das Geräusch ist leichter zu finden als der Vogel.
- Eisvogel. Klein, leuchtend blau, sitzt reglos über dem Wasser und fliegt schnell und niedrig. Wer ihn sieht, sieht meist nur den blauen Strich.
Wie man mit Kindern vorgeht
- Erst Größe, dann Ort, dann Verhalten. Ein großer Vogel, der reglos im Wasser steht, ist in der Aue fast immer ein Graureiher.
- Nur wenige Arten auf einmal. Drei erkannte Arten sind mehr wert als zwölf nachgeschlagene.
- Ohren mitnehmen. Die Feldlerche, der Kuckuck und der Buntspecht werden gehört, nicht gesehen.
- Fernglas teilen ist schwierig. Für Kinder unter acht ist es oft frustrierend – ohne geht es besser.
Rücksicht in der Brutzeit
Von Frühjahr bis Frühsommer brüten in der Aue Boden- und Wiesenbrüter. Praktisch heißt das: auf den Wegen bleiben, Hunde anleinen, Uferzonen und Wiesen nicht queren. In Schutzzonen des Biosphärenreservats sind Bereiche zeitweise ganz gesperrt – was gilt, steht an den Zugängen.
Woher wir das wissen
Die Art, die Kinder am schnellsten sicher erkennen, ist der Rotmilan. Ein gegabelter Schwanz ist ein eindeutiges Merkmal, das man aus hundert Metern sieht – und nach dem ersten Mal findet ein Kind ihn den Rest des Urlaubs allein.