In den Sommerferien ist ein Familiencampingplatz das, wofür er gebaut ist: voll mit Kindern. Das ist der große Vorteil dieser Wochen und zugleich die Quelle aller Reibung.
Was sich gegenüber der Nebensaison ändert
- Stellplatzwahl. In der Hauptsaison bekommt man einen Platz zugewiesen, statt ihn auszusuchen. Sonderwünsche äußert man bei der Buchung, nicht bei der Ankunft.
- Wartezeiten an Sanitärgebäude, Spülplatz und Waschmaschine, vor allem morgens zwischen sieben und neun.
- Lautstärke. Bis zur Nachtruhe ist es lebendig. Wer Ruhe sucht, sucht sie in der Vorsaison.
- Hitze. Schattenplätze sind zuerst vergeben, siehe Camping bei Hitze.
- Kinder finden sofort Anschluss. Der Punkt, der alles andere aufwiegt.
Die Planung
- Früh buchen und dabei angeben, was gebraucht wird: Schatten, Nähe zum Spielplatz, Abstand zum Sanitärgebäude, Hund. Danach richtet sich die Zuweisung, soweit möglich.
- Randwochen prüfen. Die erste und die letzte Ferienwoche des eigenen Bundeslands sind spürbar leerer als die Mitte.
- Anreisetag verschieben. Samstag ist überall Wechseltag. Wer sonntags oder montags anreist, trifft auf eine ruhigere Rezeption.
- Tagesrhythmus umstellen. Duschen um zehn statt um acht, einkaufen früh, Ausflüge an den heißen Tagen.
Was den Unterschied macht
Auf einem vollen Platz entscheidet nicht die Ausstattung über die Woche, sondern die Nachbarschaft. Zwei Sätze bei der Ankunft, eine Absprache über die Zeltleinen und der Hinweis, dass ein kleines Kind dabei ist, ersparen mehr Ärger als jede Regel. Die ungeschriebenen Regeln stehen im Beitrag Nachbarn auf dem Campingplatz.
Ausflüge in der Hauptsaison
Auch die Ziele der Umgebung sind voll. Praktisch heißt das: früh losfahren, an heißen Tagen die schattigen Ziele wählen und den Nachmittag am Wasser planen. Ideen dazu stehen unter Ausflugsziele und im Beitrag Ziele im Umkreis für Regentage, der auch für Hitzetage taugt.
Die ehrliche Abwägung
Wer Ruhe sucht, sollte nicht in den Sommerferien fahren. Wer will, dass die eigenen Kinder von morgens bis abends mit anderen unterwegs sind, sollte nicht in der Nebensaison fahren. Beides gleichzeitig geht nicht, und das ist keine Frage der Platzwahl.
Woher wir das wissen
Die zufriedensten Gäste in der Hauptsaison sind die, die den Platz nicht als Rückzugsort gebucht haben, sondern als Ort mit Betrieb. Die unzufriedensten sind die, die im Juli die Atmosphäre vom September erwarten.