Die Platzordnung regelt das Notwendige. Alles andere regelt eine Übereinkunft, die niemand aufschreibt und die auf jedem Platz in Europa erstaunlich ähnlich aussieht.

Die zehn Regeln

  1. Man geht nicht über fremde Stellplätze. Auch nicht abkürzend, auch nicht auf einer Wiese ohne Markierung. Der Stellplatz ist für die Dauer des Aufenthalts ein privater Raum.
  2. Abstand halten beim Aufbauen. Wer neu ankommt, stellt sich nicht so dicht, wie es geht, sondern so, wie es gleichmäßig aussieht.
  3. Grüßen. Einmal am Tag, kurz. Das ist der Unterschied zwischen Nachbarschaft und Nebeneinander.
  4. Kinder gehören zum Platz. Wer sich an Kinderlärm am Nachmittag stört, ist auf einem Familienplatz falsch. Umgekehrt: Nach 22 Uhr gilt das nicht mehr.
  5. Kein Fernseher und keine Musik im Freien. Was im Fahrzeug läuft, ist Privatsache; was nach draußen dringt, nicht.
  6. Gerüche und Rauch beachten. Der Grill steht so, dass der Rauch nicht ins Nachbarvorzelt zieht. Bei Wind wird umgestellt.
  7. Nachts leise ankommen und leise abreisen. Frühabreisen packen am Vorabend, nicht um halb sechs.
  8. Hunde bleiben am eigenen Platz und werden nicht über fremde Stellplätze geführt, siehe Leinenpflicht auf dem Campingplatz.
  9. Geliehen wird zurückgegeben, sauber und am selben Tag. Auf einem Platz leiht man ständig – Hammer, Feuerzeug, Kabel.
  10. Der Platz wird sauberer hinterlassen, als er war. Heringe, Kabelbinder und Grillreste bleiben nicht liegen.

Die zwei häufigsten Konflikte

Abspannleinen. Sie ragen in den Weg und sind das häufigste Ärgernis auf Wiesenplätzen. Wer sie markiert, verhindert Stürze; wer sie über den Nachbarplatz spannt, verursacht welche.

Anreise am späten Abend. Ein Zeltaufbau um 22.30 Uhr mit Stirnlampen und Hammer weckt die halbe Reihe. Wer absehbar spät kommt, sagt an der Rezeption Bescheid und baut nur das Nötigste auf.

Wie man einen Konflikt anspricht

Am selben Tag, freundlich, mit einer Bitte statt einem Vorwurf. Der Satz „Uns trägt das bis ins Zelt, könnt ihr das etwas leiser machen?“ funktioniert; die Variante mit „immer“ und „nie“ nicht. Führt es nicht weiter, ist die Platzleitung zuständig, siehe Nachtruhe auf dem Campingplatz.

Was in der anderen Richtung gilt

Wer selbst angesprochen wird, bedankt sich und ändert es. Auf einem Platz sieht man einander eine Woche lang dreimal täglich – das ist ein guter Grund, Kritik nicht zu verteidigen.

Woher wir das wissen

Die Gäste, die jedes Jahr wiederkommen, haben eine Gemeinsamkeit, die mit Ausrüstung nichts zu tun hat: Sie kennen ihre Nachbarn nach zwei Tagen mit Namen. Aus dieser einen Sache folgt fast alles andere von selbst.