Irgendwann kommt die Frage: Dürfen wir im eigenen Zelt schlafen? Eine Altersgrenze dafür gibt es nicht, wohl aber Anhaltspunkte – und einen Weg, der die Sache entspannt.

Woran man Bereitschaft erkennt

  • Das Kind schläft zu Hause allein im eigenen Zimmer und ruft nachts selten.
  • Es findet allein zur Toilette – auf einem Platz heißt das: über einen dunklen Weg zum Sanitärgebäude, oder es hat eine Lösung in Reichweite.
  • Es kann den Reißverschluss selbst öffnen, auch im Dunkeln und von innen.
  • Es weiß, wo die Eltern sind, und kann den Weg dorthin allein gehen.
  • Es will es selbst. Ein Kind, das überredet wurde, liegt wach.

Der Weg dorthin

  1. Erste Stufe: eigenes Zelt direkt neben dem der Eltern, Eingang zu Eingang. Das ist räumlich getrennt und akustisch nicht.
  2. Zweite Stufe: eigene Kabine im Familienzelt. Viele Tunnelzelte haben zwei getrennte Schlafkabinen – die Zwischenlösung, die am wenigsten Diskussion erzeugt.
  3. Dritte Stufe: eigenes Zelt in Sichtweite, aber ein paar Meter entfernt.

Zwischen den Stufen liegt jeweils mindestens eine Nacht Erfahrung, nicht eine Absichtserklärung.

Was vorher geklärt wird

  • Licht. Eine eigene Lampe, die das Kind selbst bedient, und eine Lampe für den Weg, siehe Beleuchtung auf dem Zeltplatz.
  • Der Weg zu den Eltern. Einmal bei Dunkelheit gemeinsam gehen, damit er im Ernstfall bekannt ist.
  • Wetter. Bei Gewitterlage schlafen alle zusammen, siehe Gewitter auf dem Campingplatz. Das ist keine Verhandlungsfrage.
  • Nachbarn. Ein Kinderzelt neben dem Durchgangsweg ist unruhiger als eines im Windschatten des Familienzelts.
  • Rückweg ohne Gesichtsverlust. Wer nachts umziehen will, darf das – ohne Kommentar am nächsten Morgen.

Aufsichtspflicht

Die elterliche Aufsichtspflicht endet nicht an der Zeltwand. Wie weit sie im Einzelfall reicht, hängt von Alter, Reife und Umständen ab; auf einem Platz gehören Gewässer, Fahrwege und Feuerstellen ausdrücklich dazu. Für Gruppen und Klassenfahrten gelten eigene Regeln, dazu steht mehr im Beitrag Aufsichtspflicht im Zeltlager. Wer eine rechtlich belastbare Auskunft braucht, holt sie bei einer Rechtsberatung ein.

Woher wir das wissen

Die erste Nacht im eigenen Zelt endet auf einem Familienplatz häufig gegen zwei Uhr morgens im Elternzelt – und die zweite fast nie. Das ist der Normalfall und kein Rückschlag, solange niemand daraus eine Sache macht.