Die wichtigsten Bestandteile einer Reiseapotheke sind keine Medikamente, sondern Informationen: wo die nächste Praxis ist, wie die ärztliche Bereitschaft erreichbar ist und welche Apotheke Notdienst hat. Diese drei Dinge sucht man am Anreisetag heraus, nicht nachts um zwei.
Was mitkommt
- Dauermedikamente in ausreichender Menge, plus Reserve für zwei Tage. Dazu die Liste der Wirkstoffe, nicht nur die Packungen.
- Fieberthermometer – digital, robust, mit Ersatzbatterie.
- Wundversorgung: sterile Kompressen, Pflaster in mehreren Größen, elastische Binde, Wundschnellverband, Pflasterspray oder Wunddesinfektion, Schere, Pinzette, Einmalhandschuhe.
- Zeckenzange oder Zeckenkarte, siehe Zecken, Mücken, Bienen.
- Kühlkompresse, die ohne Gefrierfach funktioniert.
- Elektrolytlösung für den Fall von Durchfall – gerade bei kleinen Kindern der häufigste Grund, warum eine Reise unangenehm wird.
- Sonnenschutz und ein Mittel gegen Insektenstiche, beides in der von der Kinderarztpraxis empfohlenen Ausführung.
- Impfausweise und Versichertenkarten aller Familienmitglieder, dazu Allergiepass, falls vorhanden.
Was hier bewusst fehlt
Konkrete Medikamente gegen Fieber, Schmerzen, Husten oder Durchfall und ihre Dosierung stehen hier nicht. Was ein Kind bekommen darf und in welcher Menge, hängt an Alter, Gewicht und Vorgeschichte. Diese Liste stellt man vor der Reise mit der Kinderarztpraxis oder der Apotheke zusammen – das dauert zehn Minuten und ist die einzige belastbare Variante.
Aufbewahrung
- Eine Box, ein Ort. Nicht auf drei Taschen verteilt.
- Kühl und dunkel. Im Wohnwagen wird es im Sommer sehr warm – Medikamente gehören nicht in die Fensterablage.
- Außerhalb der Reichweite von Kindern, auch im Zelt, wo es keine abschließbaren Schränke gibt.
- Verfallsdaten vor jeder Saison prüfen, nicht vor jeder Fahrt.
Ärztliche Versorgung auf dem Land
In der Altmark sind die Wege länger als in der Stadt. Praxen in den umliegenden Orten haben begrenzte Sprechzeiten, und am Wochenende übernimmt der ärztliche Bereitschaftsdienst. Die bundesweite Rufnummer des Bereitschaftsdienstes und der europäische Notruf gehören ins Handy und – für den Fall eines leeren Akkus – auf einen Zettel in der Apothekenbox. Bei akuter Gefahr gilt der Notruf, nicht die Bereitschaft.
Woher wir das wissen
Die Frage, die auf dem Platz am häufigsten gestellt wird, lautet nicht „Haben Sie ein Fiebermittel?“, sondern „Wo ist die nächste Praxis?“. Wer die Antwort selbst schon kennt, hat den größten Teil der Reiseapotheke bereits dabei.