Frisches Brot ohne Backofen ist keine Notlösung, sondern eine eigene Disziplin. Drei Verfahren funktionieren verlässlich, und sie unterscheiden sich weniger im Ergebnis als im Aufwand.
Stockbrot – das mit den Kindern
Ein einfacher Hefeteig, um einen Stock gewickelt, über der Glut gedreht. Das Entscheidende steht in dem einen Wort: über der Glut, nicht über der Flamme. Wer den Teig in die Flammen hält, hat außen Kohle und innen rohen Teig – und das ist der Grund, warum Stockbrot bei vielen als mittelmäßig gilt.
Drei Handgriffe, die den Unterschied machen: Der Teig wird dünn ausgezogen, nicht dick um den Stock gewickelt. Der Stock wird geschält, wo der Teig sitzt. Und man dreht langsam und gleichmäßig statt hektisch.
Zur Sicherheit: Feuer gibt es nur an den ausgewiesenen Feuerstellen, jeder hat einen festen Sitzplatz, und die Stöcke werden nicht geschwungen. Ob überhaupt gefeuert werden darf, hängt zusätzlich von der Waldbrandgefahrenstufe ab.
Pfannenbrot – das schnellste
Fladen aus demselben Teig, in einer trockenen oder leicht geölten Pfanne auf dem Gaskocher gebacken. Zwei bis drei Minuten je Seite bei mittlerer Hitze. Das funktioniert auch bei Regen, auch abends im Vorzelt und auch dann, wenn Feuer gerade nicht erlaubt ist.
Der Teig lässt sich weit im Voraus ansetzen; im Kühlschrank hält er einen Tag und wird dabei sogar besser.
Dutch Oven – das mit dem Ergebnis
Ein gusseiserner Topf mit Deckel, in dem sich ein richtiger Laib backen lässt: Glut darunter, Glut auf dem Deckel, damit die Hitze von beiden Seiten kommt. Das dauert etwa fünfundvierzig Minuten und ergibt Brot, das man von Ofenbrot nicht unterscheidet.
Der Preis dafür sind Gewicht und Übung. Ein Dutch Oven wiegt mehrere Kilogramm, braucht eingebrannte Oberfläche und Erfahrung mit der Glutmenge. Für Standurlaube mit dem Auto lohnt er sich, für alles andere nicht.
Ein Wort zum Hausbrot des Restaurants
Das Indianerbrot im Restaurant am Platz wird täglich frisch gebacken, nach einem alten Familienrezept, das nicht herausgegeben wird. Wer es nachmachen will, kommt mit den Verfahren hier weiter als mit Nachfragen – die Antwort ist seit Jahren dieselbe.
Woher wir das wissen
Aus vielen Abenden an den Feuerstellen des Platzes. Stockbrot ist das Beispiel dafür, dass ein Verfahren nicht schlecht ist, sondern meistens nur falsch angewendet wird.
Offenlegung
Das Restaurant „Zum Indianer“ liegt am Familien-Campingplatz Bertingen und gehört zum selben Betrieb wie dieses Portal. Termine, Preise und Anmeldung stehen ausschließlich auf zum-indianer.de – hier steht nur, worum es geht. Wie wir mit solchen Fällen umgehen, erklären die Redaktionellen Grundsätze.