Kurz-Fakten

  • Fünfstufige Skala von 1 (sehr geringe Gefahr) bis 5 (sehr hohe Gefahr)
  • Berechnet vom Deutschen Wetterdienst, ausgegeben von den Landesforstverwaltungen
  • Gilt tagesaktuell und regional – sie kann sich von einem Tag auf den nächsten ändern
  • Ab hohen Stufen sind Betretungsverbote für Wälder und ein Verbot offenen Feuers möglich
  • In Deutschland ist der Mensch die mit Abstand häufigste Ursache von Waldbränden
  • Rauchen im Wald ist zwischen dem 1. März und dem 31. Oktober unabhängig von der Stufe verboten

Bedeutung in der Praxis

Die Stufe ist keine Empfehlung, sondern die Grundlage für Anordnungen. Was sie im Einzelfall auslöst, regeln die Waldgesetze der Länder und die Verfügungen der zuständigen Behörden: Ab hohen Stufen können Wälder für das Betreten gesperrt, Waldparkplätze geschlossen und offenes Feuer sowie Kohlegrills untersagt werden. Auf einem Campingplatz am Waldrand ist das keine ferne Möglichkeit, sondern in trockenen Sommern der Normalfall für einzelne Tage.

Praktisch heißt das für den Urlaubstag: Der Blick auf die Stufe gehört zum Morgen wie der Blick auf den Wetterbericht. Auf gut geführten Plätzen hängt die aktuelle Stufe aus – beim Familien-Campingplatz Bertingen an der Informationstafel im Snack-Kiosk. Wer sich unabhängig machen will, nimmt einen Gas- oder Elektrogrill mit: Beide sind von der Waldbrandgefahrenstufe in aller Regel nicht betroffen, weil sie keine Glut und keinen Funkenflug erzeugen. Kohlegrill und Lagerfeuer sind es sehr wohl.

Zwei Dinge werden regelmäßig verwechselt. Erstens ist die Waldbrandgefahrenstufe nicht dasselbe wie der Graslandfeuerindex – der beschreibt die Gefahr auf offenen Flächen und kann höher liegen als die Waldstufe. Zweitens gilt die Stufe regional und tagesaktuell: Dass gestern gefeuert werden durfte, sagt über heute nichts.

Der Hintergrund, der die Strenge erklärt: In Deutschland gehen die allermeisten Waldbrände auf menschliches Verhalten zurück – Zigaretten, Grillen, Lagerfeuer, heiße Fahrzeugteile über trockenem Gras. Blitzschlag ist die Ausnahme. Deshalb setzen die Regeln genau dort an, wo Menschen sind, und deshalb ist Rauchen im Wald über die gesamte Sommerhälfte des Jahres unabhängig von jeder Stufe untersagt.

Verbindlich ist immer die aktuelle Auskunft der Landesforstverwaltung und die Beschilderung vor Ort. Dieser Eintrag erklärt das System, er ersetzt keine Tagesauskunft.

Für Kinder: Wenn es lange nicht geregnet hat, ist der Wald sehr trocken und ein Funke reicht. Dann gibt es an manchen Tagen kein Feuer – auch wenn wir es uns vorgenommen hatten.

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