Ein Campingurlaub beginnt nicht bei der Ankunft, sondern beim Losfahren. Wer die Anreise plant, plant damit auch den ersten Abend – und der prägt die Stimmung der ganzen Reise.

Wann losfahren

  • Früh am Morgen ist mit kleinen Kindern oft am ruhigsten: Die Straßen sind leer, und die Kinder schlafen die erste Stunde. Nachteil: Alle sind vor dem Aufbau schon lange wach.
  • Am späten Vormittag passt zu den meisten Anreisezeiten der Plätze und lässt genug Puffer.
  • Nachtfahrten funktionieren mit Babys, kosten die Fahrenden aber Schlaf, den sie beim Aufbau brauchen. Für die erste Reise keine gute Wahl.
  • Freitagnachmittag ist der Klassiker und die schlechteste Variante: Berufsverkehr, Reiseverkehr und Ankunft im Dunkeln fallen zusammen.

Wann ankommen

Die einfachste Regel lautet: zwei Stunden vor Sonnenuntergang, nicht später. Der Aufbau bei Tageslicht ist eine andere Tätigkeit als der bei Stirnlampe, und mit Kindern gilt das doppelt. Dazu kommt der Rezeptionsbetrieb – viele Plätze haben eine feste Anreisezeit, und wer außerhalb ankommt, sucht seinen Stellplatz selbst.

Realistisch gerechnet: Ankunft 16 Uhr, Anmeldung und Stellplatzsuche bis 16.30 Uhr, Aufbau bis 18.30 Uhr, Essen um 19 Uhr. Das geht sich aus. Ankunft um 19 Uhr geht sich nicht aus.

Die Fahrt selbst

  1. Pausen alle zwei Stunden, mindestens fünfzehn Minuten, mit Bewegung statt nur Toilette.
  2. Verpflegung im Auto, damit die Pausen nicht von der Suche nach Essen bestimmt werden.
  3. Griffbereite Kiste mit dem, was in den ersten zwei Stunden gebraucht wird – Wickelzeug, Getränke, Regenjacken. Sie wird zuletzt eingeladen.
  4. Ladung sichern. Campinggepäck ist schwer, und ungesicherte Kisten sind bei einer Vollbremsung gefährlich. Mit Anhänger oder Wohnwagen kommt die Frage der Gewichtsverteilung dazu, siehe Stützlast, Auflastung, Gesamtmasse.

Die Reihenfolge nach der Ankunft

Bewährt hat sich: anmelden, Stellplatz ansehen, Auto abstellen, Kinder mit einer klaren Aufgabe beschäftigen, Zelt aufbauen, Schlafplätze fertig machen, dann erst Küche und Tisch. Der Grund für diese Reihenfolge steht im Beitrag Der erste Abend auf dem Platz.

Ohne Auto

Die Anreise mit Bahn und Rad ist mit Kindern und Zeltgepäck anspruchsvoll, aber machbar, wenn die letzte Etappe kurz ist. Wer so anreist, klärt vorher, ob der Platz eine Abholung anbietet und wie weit der nächste Bahnhof entfernt liegt – bei einem Wiesenplatz auf dem Land sind das schnell mehrere Kilometer.

Woher wir das wissen

Die Gäste, die abends spät ankommen, bauen im Dunkeln auf und sind am nächsten Morgen als Erste an der Rezeption – meist, weil im Dunkeln etwas nicht gefunden wurde. Zwei Stunden früher loszufahren ist die wirksamste Vorbereitung überhaupt.