Der erste Abend entscheidet über die Stimmung der ersten beiden Tage. Nicht weil er besonders schön sein müsste, sondern weil er der einzige ist, an dem alles gleichzeitig ansteht: ankommen, aufbauen, essen, schlafen legen.

Die Reihenfolge

1. Anmelden und Platz suchen – 20 Minuten

Nicht den schönsten Platz suchen, sondern den brauchbaren. Schatten am Nachmittag, Blick zum Spielplatz, nicht direkt am Weg. Wer eine Viertelstunde länger sucht, baut eine Viertelstunde später auf.

2. Kinder beschäftigen, bevor sie es selbst tun – 2 Minuten

Eine echte Aufgabe, keine erfundene. Heringe zählen, Stangen sortieren, Isomatten hineintragen. Kinder durchschauen Beschäftigungstherapie sofort.

3. Zelt aufbauen – 30 bis 90 Minuten

Erst das Zelt, dann das Vorzelt. Wer das Vorzelt weglässt, weil es spät ist, bereut das beim ersten Regen.

4. Schlafplätze fertig machen – 20 Minuten

Der Schritt, den fast alle nach hinten schieben. Matten aufblasen, Schlafsäcke ausrollen, Kissen verteilen, Taschenlampe an den Kopfplatz. Um 21 Uhr im Dunkeln mit müden Kindern ist das die unangenehmste halbe Stunde des Wochenendes.

5. Essen – 45 Minuten

Am ersten Abend nichts, was Aufwand macht. Etwas Vorbereitetes von zu Hause, ein einfacher Eintopf oder auswärts. Der Anreisetag ist der Abend, an dem sich ein Restaurantbesuch am ehesten lohnt.

6. Erkunden – offen

Jetzt, nicht vorher. Der Rundgang über den Platz ist der Moment, in dem Kinder ankommen: Sie finden den Spielplatz, das Wasser, andere Kinder. Wer das vorzieht, bekommt sie danach nicht mehr zum Aufbauen zurück.

7. Ruhe – ab 22 Uhr

Auf den meisten Plätzen beginnt die Nachtruhe um 22 Uhr. Das gilt auch für Erwachsene am Feuer, und auf einem nicht parzellierten Platz ist der Nachbar näher, als man denkt.

Was den Abend rettet, wenn etwas schiefgeht

  • Zu spät angekommen? Schlafplätze zuerst, Vorzelt morgen. Ein Zelt ohne Vorzelt ist eine Nacht lang völlig ausreichend.
  • Regen bei der Ankunft? Wenn möglich im Auto warten. Zwanzig Minuten Warten sparen zwei Stunden Trocknen.
  • Ein Teil fehlt? Die Rezeption hat mehr da, als man denkt – Hammer, Heringe, Verlängerungskabel, gelegentlich auch eine Decke.

Woher wir das wissen

Zwischen 18 und 20 Uhr ist an der Rezeption am meisten los. Nicht wegen der Anmeldungen, sondern wegen der Fragen danach. Wer um 17 Uhr da ist, stellt sie in Ruhe.