Die Frage klingt nach Geschmackssache und hat eine sachliche Seite: Auf- und Abbau kosten Zeit, die sich erst ab einer bestimmten Aufenthaltsdauer rechnet – und die Kraft, die sie kosten, ist beim ersten Mal am höchsten.

Die Rechnung

Beim ersten Mal dauert der Aufbau mit Kindern realistisch zwei bis drei Stunden, der Abbau eineinhalb bis zwei. Dazu die Anreise. Wer für zwei Nächte fährt, verbringt einen erheblichen Teil des Aufenthalts mit Logistik. Ab der dritten Nacht kippt das Verhältnis.

Der Bereich, der funktioniert

  • Zwei Nächte: nur sinnvoll bei kurzer Anreise, etwa als Probewochenende in der Nähe. Als Urlaub zu wenig, als Test gut.
  • Drei bis vier Nächte: der Bereich, in dem der erste Zelturlaub für die meisten Familien aufgeht. Ein Tag Ankommen, zwei Tage Urlaub, ein Tag Abreise.
  • Fünf bis sieben Nächte: gut, wenn schon Erfahrung da ist oder eine Mietunterkunft den Aufbau erspart.
  • Über zwei Wochen: beim ersten Mal selten eine gute Idee – nicht wegen des Zeltes, sondern weil man noch nicht weiß, was fehlt.

Was die Dauer zusätzlich beeinflusst

  1. Alter der Kinder. Mit Kleinkindern ist der Tagesablauf enger getaktet; kürzere Aufenthalte sind entspannter.
  2. Anreisezeit. Über drei Stunden Fahrt sollten mindestens drei Nächte gegenüberstehen.
  3. Unterkunftsart. Wer eine Mietunterkunft bucht, spart Auf- und Abbau und kann kürzer fahren, ohne dass es sich lohnt.
  4. Wetterlage. Bei einer stabilen Schönwetterphase verlängert man leichter, als man bei Dauerregen aushält.

Die Option, die selten genutzt wird

Viele Plätze erlauben eine Verlängerung vor Ort, sofern der Stellplatz frei bleibt. Wer unsicher ist, bucht kurz und fragt am zweiten Tag nach. Das ist der ehrlichere Weg als eine lange Buchung, die man vorzeitig abbricht – und in der Nebensaison funktioniert er fast immer.

Was gegen zu lange spricht

Beim ersten Mal sammelt man eine Liste von Dingen, die fehlen oder nicht funktionieren. Diese Liste abzuarbeiten geht zu Hause besser als vor Ort. Ein kurzer erster Urlaub mit einer guten Liste führt zu einem sehr viel besseren zweiten – siehe auch Die häufigsten Anfängerfehler.

Woher wir das wissen

Erstcamper, die drei bis vier Nächte bleiben, buchen häufig noch im selben Jahr erneut. Bei zwei Wochen beim ersten Mal ist das seltener der Fall – der Urlaub ist dann nicht schlecht, aber er enthält mehr Improvisation, als eine Familie beim ersten Versuch braucht.