Kurz-Fakten

  • Fährt nur auf Bestellung – ohne Anmeldung kommt kein Bus
  • Die Abfahrtszeiten stehen im Fahrplan, sie sind nicht frei wählbar
  • Vorlauf meist ein bis zwei Stunden, bei manchen Verbünden am Vortag
  • Es gilt der normale Nahverkehrstarif, teils mit kleinem Komfortzuschlag
  • Im Fahrplan an Kürzeln wie T, AST oder ALT zu erkennen – die Legende steht am Fußende
  • Fahrten innerhalb eines Ortes sind oft ausgeschlossen
  • Bei Fahrten mit Kleinfahrzeug kann die Mitnahme auf Handgepäck begrenzt sein

Bedeutung in der Praxis

Der AnrufBus ist die Antwort des Nahverkehrs auf dünn besiedelte Räume. Eine Linie, auf der an einem Sonntagnachmittag im Schnitt zwei Personen mitfahren, lässt sich mit einem Gelenkbus nicht betreiben. Statt die Linie zu streichen, wird sie auf Bestellung umgestellt: Der Fahrplan bleibt, das Fahrzeug kommt nur, wenn jemand anruft – und dann oft als Kleinbus oder Taxi.

Für Campingurlaub ohne Auto ist das der entscheidende Begriff, und zwar an genau einer Stelle: der letzten Meile. Zwischen Bahnhof und Campingplatz liegen auf dem Land regelmäßig fünf bis zehn Kilometer. Wer den Fahrplan liest und dort Abfahrtszeiten sieht, glaubt, die Sache sei geregelt. Sie ist es nicht. Ohne Bestellung steht man mit Zelt und Kindern an einer Haltestelle, an der nichts hält.

Was man beim Bestellen sagen muss

Die Anmeldung ist kurz, aber vier Angaben gehören hinein: gewünschte Abfahrtszeit laut Fahrplan, Einstiegs- und Ausstiegshaltestelle, Zahl der Personen und Menge des Gepäcks. Die letzten beiden werden am häufigsten vergessen und sind für Campingreisende die wichtigsten. Fährt die Bestellung als Taxi, entscheidet der Kofferraum darüber, ob die Familie mitkommt oder nur die Hälfte davon.

Die drei Fallen

  • Das Kürzel im Fahrplan. Bedarfsfahrten sind mit einem Buchstaben markiert, dessen Bedeutung nur in der Legende am Fußende der Seite steht. Wer die Legende überspringt, hält eine Bestellfahrt für eine normale Fahrt.
  • Die Gepäckgrenze. Manche Fahrten laufen als Linientaxi mit beschränkter Kapazität und ausdrücklich nur mit Handgepäck. Für eine Familie mit Campingausrüstung sind sie damit nicht nutzbar, auch wenn sie im Fahrplan stehen.
  • Die Bestellzeiten. Die Annahme ist selbst nur zu bestimmten Tageszeiten besetzt. Eine Fahrt am frühen Morgen muss deshalb häufig am Vorabend angemeldet werden.

Der Rückweg wird zuerst vergessen. Wer sich für die Anreise einen AnrufBus bestellt, denkt selten schon an die Abreise – dabei gilt dort dieselbe Vorlaufzeit. Praktisch heißt das: Beide Fahrten am selben Tag bestellen, sobald die Zugverbindung steht.

Namen und Bedingungen unterscheiden sich je Verkehrsverbund; verbindlich ist immer der aktuelle Fahrplan der Linie und die Auskunft der Bestellannahme. Wie sich das Ganze für die Anreise zum Platz zusammensetzt, steht in Anreise ohne Auto.

Für Kinder: Dieser Bus fährt nur, wenn man ihn vorher anruft. Er wartet zu Hause, bis jemand Bescheid sagt – ein bisschen wie eine Pizza, die auch erst kommt, wenn man bestellt.

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