Zelte gehen selten kaputt, weil sie viel benutzt wurden. Sie gehen kaputt, weil sie feucht eingelagert, in der Sonne gelagert oder mit dem Falschen gewaschen wurden.
Die eine Regel
Ein Zelt wird niemals feucht verpackt. Wer bei Regen abbaut, breitet es zu Hause aus oder baut es auf und lässt es vollständig durchtrocknen – am besten im Schatten oder in einem luftigen Raum, nicht in der prallen Sonne. Feuchte Lagerung führt zu Stockflecken und löst die Beschichtung ab; beides ist nicht rückgängig zu machen.
Reinigen
- Trocken vorreinigen. Sand und Erde ausschütteln und ausbürsten, bevor Wasser ins Spiel kommt. Trockener Schmutz geht leicht ab, nasser wird eingerieben.
- Mit klarem, lauwarmem Wasser und einem weichen Schwamm arbeiten. Bei stärkerer Verschmutzung ein Spezialreiniger für beschichtete Outdoor-Textilien.
- Kein Waschmittel, kein Weichspüler, keine Bürste mit harten Borsten und keine Waschmaschine für beschichtete Zeltbahnen. Tenside greifen die Imprägnierung an, mechanische Belastung die Beschichtung.
- Kein Hochdruckreiniger. Er zerstört Nähte und Beschichtung in Sekunden.
- Grünbelag und Schimmelflecken lassen sich abbürsten, sobald sie trocken sind. Die Verfärbung bleibt – sie ist ein Schönheitsfehler, solange das Gewebe intakt ist.
- Reißverschlüsse ausspülen und trocken laufen lassen. Sand ist ihr häufigster Todesfeind.
Imprägnieren
Zu unterscheiden sind zwei Dinge: die Außenimprägnierung, die dafür sorgt, dass Wasser abperlt, und die innere Beschichtung, die die eigentliche Dichtigkeit herstellt. Erneuern lässt sich vor allem die Außenimprägnierung.
- Wann: wenn Wasser nicht mehr abperlt, sondern auf dem Gewebe stehen bleibt und dunkle Flecken bildet.
- Wie: Zelt sauber und trocken aufbauen, Mittel gleichmäßig auftragen – Sprühen für Flächen, Streichen für Nähte –, überschüssiges Mittel abnehmen, vollständig trocknen lassen.
- Womit: ein Imprägniermittel, das für die jeweilige Zeltbahn geeignet ist. Baumwolle und Mischgewebe brauchen andere Mittel als Polyester oder Nylon. Die Herstellerangabe entscheidet.
- Nähte zusätzlich mit Nahtdichter behandeln, wenn dort Wasser eintritt.
Der Zeitplan
- Nach jeder Reise: trocknen, ausschütteln, Reißverschlüsse säubern, Heringe reinigen.
- Einmal jährlich, am Saisonende: gründlich reinigen und vollständig trocknen, dann einlagern – siehe Campingausrüstung einlagern.
- Alle zwei bis drei Jahre oder nach Bedarf: Außenimprägnierung erneuern.
- Vor jeder Saison: Probeaufbau, Sichtprüfung von Nähten, Gestänge und Boden.
Lagerung
Trocken, dunkel, kühl und nicht dauerhaft stramm gepackt. Wer Platz hat, lagert das Zelt locker in einem größeren Sack statt fest gerollt – dauerhafte Knickfalten sind die Stellen, an denen die Beschichtung zuerst bricht. Nicht in den Keller mit hoher Luftfeuchte und nicht auf den Dachboden mit Sommerhitze.
Woher wir das wissen
Die Zelte, die auf einem Platz auffällig altern, sind nicht die häufig genutzten. Es sind die, die zwischen zwei Urlauben ein Jahr feucht im Sack lagen – man erkennt sie am Geruch, bevor man die Flecken sieht.