Es gibt einen Punkt, an dem sich ein Campingurlaub entscheidet, und der liegt nicht im Zelt, sondern davor: Gibt es einen überdachten Ort, an dem vier Menschen gleichzeitig sitzen können, ohne im Schlafbereich zu sein?
Warum das so viel ausmacht
Ohne überdachte Fläche wandert bei Regen alles ins Zelt: nasse Jacken, Schuhe, spielende Kinder, das Abendessen. Ein Zelt mit vier Personen und feuchter Kleidung wird innerhalb einer Stunde ungemütlich, und das schlägt auf die Stimmung durch.
Mit überdachter Fläche ist derselbe Regentag ein anderer Tag: Man sitzt draußen, sieht dem Regen zu, spielt Karten, kocht. Kinder gehen kurz raus und kommen zurück, ohne dass jemand die Nässe hereinträgt.
Die Bauformen
Sonnensegel oder Tarp
Eine Plane, mit Stangen und Leinen aufgespannt. Leicht, günstig, in fünfzehn Minuten aufgebaut, sehr flexibel in der Form. Bietet Schatten und Schutz vor senkrechtem Regen, aber keine Seitenwände – bei Wind aus der falschen Richtung wird es trotzdem nass.
Für wen: Wochenendcamper, Zeltende, alle die schnell auf- und abbauen wollen.
Sonnendach am Wohnwagen
Ein Dach mit einer oder zwei Seitenwänden, in die Kederschiene eingezogen. Schneller Aufbau als ein Vorzelt, weniger Wetterschutz.
Teilzelt
Deckt einen Teil der Wohnwagenlänge ab, mit Wänden und Boden. Der Kompromiss aus Aufbauzeit und Wetterschutz – für Aufenthalte von einer Woche meist die richtige Wahl.
Ganzzelt
Über die volle Wagenlänge, mit Wänden, Fenstern, teils mit Schlafkabine. Verdoppelt die nutzbare Fläche und ist bei Dauercamping und Saisonplätzen der Standard. Der Aufbau kostet allerdings ein bis zwei Stunden – für ein Wochenende baut das niemand auf.
Die Faustregel für die Entscheidung
| Aufenthaltsdauer | Sinnvoll |
|---|---|
| 1 bis 2 Nächte | gar nichts oder Sonnensegel |
| 3 bis 7 Nächte | Sonnensegel oder Teilzelt |
| ab 2 Wochen | Teilzelt oder Ganzzelt |
| Saisonplatz | Ganzzelt |
Worauf man beim Aufbau achtet
- Gefälle nach außen. Eine waagerechte Plane sammelt Wasser. Nach der ersten Stunde Regen hängt dort ein Sack mit dreißig Litern, und das reißt Ösen aus.
- Nicht direkt an die Zeltwand. Wo die Plane das Zelt berührt, wird das Zelt nass.
- Sturmleinen setzen, auch bei gutem Wetter. Wind kommt nachts und kündigt sich nicht an.
- Höhe bedenken. Ein tief gespanntes Segel ist windstabiler, ein hoch gespanntes angenehmer. Bei angekündigtem Wind gewinnt die Windstabilität.
Woher wir das wissen
An Regentagen sieht man auf einem Platz sofort, wer eine überdachte Fläche hat und wer nicht. Die einen sitzen draußen, die anderen im Auto.