Viele Familien buchen Strom aus Gewohnheit. Für ein Wochenende im Sommer braucht ihn kaum jemand – vorausgesetzt, drei Dinge sind geklärt: Licht, Kühlung, Laden.

Licht

Der einfachste Punkt. Eine LED-Campingleuchte mit Akku leuchtet mehrere Abende, eine Stirnlampe je Person ist ohnehin sinnvoll. Solar-Lichterketten laden tagsüber und reichen für Stimmung, nicht zum Lesen.

Was man nicht braucht: Gaslaternen. Sie sind hell, heiß und im oder am Zelt eine Gefahrenquelle.

Kühlung

Der eigentliche Knackpunkt. Drei Wege:

  • Passive Kühlbox mit Kühlakkus. Hält bei Hochsommer knapp einen Tag, bei zwanzig Grad zwei bis drei. Akkus lassen sich auf vielen Plätzen an der Rezeption oder im Sanitärgebäude tauschen oder einfrieren – fragen lohnt sich.
  • Kompressorkühlbox mit Powerstation. Funktioniert zuverlässig, kostet Anschaffung. Eine Box mit rund 40 Watt Leistung zieht über den Tag verteilt etwa 200 bis 400 Wattstunden – eine mittlere Powerstation trägt das ein bis zwei Tage.
  • Ohne Kühlung planen. Für zwei Nächte machbar: Haltbares einkaufen, frisch nur, was am selben Tag gegessen wird, und morgens beim Bäcker oder im Platzladen holen.

Laden

Zwei Handys und eine Kamera über ein Wochenende schafft eine Powerbank mit 20.000 Milliamperestunden problemlos. Ein Solarpanel lohnt sich erst ab etwa einer Woche oder bei häufigem Freistehen – im Schatten unter Bäumen liefert es allerdings deutlich weniger, als die Angabe auf der Verpackung verspricht.

Was ohne Strom nicht geht

  • Elektrisch heizen. Im Frühjahr und Herbst ist das der Grund, warum Strom keine Frage mehr ist.
  • Wasserkocher, Toaster, Kaffeemaschine. Alles, was Wärme erzeugt, zieht zu viel für eine Powerstation.
  • Klimaanlage oder Ventilator über Nacht.
  • Medizinische Geräte, die dauerhaft Strom brauchen. Wer eines nutzt, bucht Strom – hier ist Improvisieren keine Option.

Kochen ohne Strom

Gas ist auf dem Campingplatz der Normalfall, nicht die Ausnahme. Ein Zweiflammkocher mit Kartuschen reicht für eine Familie, eine kleine Gasflasche hält bei Sommerbetrieb mehrere Wochen. Für Kaffee gibt es Espressokannen, für Wasser einen Topf – das dauert zwei Minuten länger als der Wasserkocher.

Die Rechnung

Strom kostet je nach Platz pauschal je Nacht oder nach Zähler. Wer ein Wochenende ohne bucht, spart einen überschaubaren Betrag. Der eigentliche Gewinn ist ein anderer: Ohne Steckdose entfällt die Diskussion über Tablets, und der Abend wird zwangsläufig ein anderer.

Woher wir das wissen

Die häufigste Frage zu Strom lautet, ob die Kühlbox anlaufen darf. Die zweithäufigste kommt morgens: warum die Sicherung raus ist. Beides betrifft immer dieselben zwei Geräte – Wasserkocher und Heizlüfter.