Vegetarisch zu campen ist einfacher als vegetarisch zu reisen: Wer selbst kocht, entscheidet selbst. Schwierig wird es nur beim Auswärtsessen auf dem Land.

Der Vorteil

Ohne Fleisch und Fisch entfällt der empfindlichste Teil der Kühlkette. Gemüse, Hülsenfrüchte, Getreide und Hartkäse sind deutlich unempfindlicher als Hackfleisch – wer vegetarisch kocht, kommt mit weniger Kühlung aus.

Was gut hält

  • Linsen, Kichererbsen, Bohnen – trocken oder in Dosen
  • Couscous, Bulgur, Reis, Nudeln
  • Zwiebeln, Knoblauch, Kartoffeln, Karotten, Kohl
  • Hartkäse am Stück, Feta in Lake
  • Eier
  • Nüsse, Trockenobst
  • Tomatenmark, Passata in Kartons

Am Grill

Der Punkt, an dem vegetarisches Camping am häufigsten enttäuscht – weil das Gemüse wie ein Ersatz behandelt wird statt wie ein eigenes Gericht.

Was gut funktioniert:

  • Grillkäse und Halloumi. Halten die Form, brauchen keine Vorbereitung.
  • Maiskolben, vorgekocht und dann gegrillt.
  • Dicke Gemüsescheiben – Aubergine, Zucchini, Paprika, Süßkartoffel. Dünn geschnitten fallen sie durch den Rost.
  • Pilze, große Köpfe mit der Lamellenseite nach oben, gefüllt.
  • Folienkartoffeln aus der Glut.
  • Gemüsespieße, wenn alle Stücke gleich lange garen – sonst ist die Zwiebel roh und die Zucchini schwarz.

Was hilft: eine Grillschale oder eine Plancha-Platte. Gemüse verliert Wasser und klebt am Rost.

Für Kinder

Der Fehler ist, vegetarische Gerichte als Verzicht zu präsentieren. Kinder essen Kartoffeln, Nudeln, Mais, Käse und Brot ohnehin am liebsten – vegetarisch ist für sie kein Umbau, sondern der Normalfall.

Worauf man achtet: genug Eiweiß über Hülsenfrüchte, Eier, Milchprodukte und Nüsse, und Abwechslung statt dreimal Nudeln. Zu Fragen der Nährstoffversorgung bei rein pflanzlicher Ernährung von Kindern ist die Kinderärztin die richtige Adresse, nicht ein Campingratgeber.

Auswärts essen auf dem Land

Hier wird es enger als in der Stadt. Was hilft:

  1. Vorher anrufen. Die meisten Häuser können etwas anbieten, wenn sie es wissen – spontan oft nicht.
  2. Beilagen kombinieren. Kartoffeln, Salat, Gemüse und Brot ergeben zusammen eine Mahlzeit, auch wenn sie nicht als Gericht auf der Karte steht.
  3. Nach Grillkäse fragen. Viele Häuser mit Grillküche haben ihn, ohne dass er ausgewiesen ist.
  4. Vegan gesondert anmelden. Butter, Sahne und Ei sind in Landküchen selbstverständlich – ohne Ansage sind sie drin.

Woher wir das wissen

Vegetarische Gäste, die vorher anrufen, bekommen fast immer ein eigenes Gericht. Wer erst am Tisch fragt, bekommt Beilagen.