Die Altmark ist keine Region, über die Kochbücher geschrieben werden. Was hier auf den Tisch kommt, ist bodenständig: Fleisch, Kartoffeln, Kohl, Fisch aus der Elbe und ihren Altarmen, dazu das, was Wiesen und Wald hergeben. Genau das ist auf einem Campingurlaub aber die interessantere Ausgangslage, als es klingt.

Was regional wirklich heißt

Zwischen Börde und Elbe wird Landwirtschaft in großem Maßstab betrieben. Für Gäste bedeutet das: Hofläden, Direktvermarkter und Fleisch, das nicht durch halb Europa gefahren ist. Wer sich für den Campingurlaub selbst versorgt, bekommt hier ohne Aufwand bessere Zutaten als im Supermarkt zu Hause – aber man muss wissen, wo, denn beworben wird das selten.

Drei Dinge, die sich lohnen

  • Fleisch beim Direktvermarkter. Auf dem Land normal, für Stadtgäste ungewohnt: Man ruft an, sagt was man will, holt es ab.
  • Eier und Kartoffeln vom Hof. Oft an Selbstbedienungsständen mit Kasse des Vertrauens.
  • Fisch. Räucherfisch aus der Region ist ein Abendessen, das keine Küche braucht.

Die unbequeme Wahrheit über Gastronomie auf dem Land

Die Altmark ist dünn besiedelt, und das gilt auch für Restaurants. Zwischen zwei Adressen liegen schnell zwanzig Kilometer, an einem Montag hat kaum etwas offen, und wer mit vier Personen spontan um 20 Uhr einen Tisch sucht, findet ihn im Sommer oft nicht. Wer auswärts essen will, ruft vorher an. Das ist keine Formalität, das ist hier die Voraussetzung.

Was ein gutes Landgasthaus ausmacht

Nicht die Karte. Eine Speisekarte mit sechzig Gerichten auf dem Land bedeutet Tiefkühltruhe. Gute Adressen erkennt man an drei Dingen: kurze Karte, erkennbare Herkunft der Zutaten und ein Gericht, das dort besser ist als anderswo, weil sie es jeden Tag machen.

Wo wir selbst essen

Offenlegung: Das Restaurant „Zum Indianer“ liegt direkt am Campingplatz und gehört zum selben Betrieb. Wir nennen es hier trotzdem – oder gerade deshalb –, weil eine Empfehlung ohne diesen Hinweis unehrlich wäre.

Der Schwerpunkt liegt auf Fleisch: Steaks vom Bison und vom Angus-Rind, Schnitzel vom Freilandschwein, selbst gepresste Burger, Gerichte aus dem Smoker. Gearbeitet wird mit frischer Ware und ohne Geschmacksverstärker. Für Radfahrer auf dem Elberadweg ist das Naturstammhaus eine der wenigen Adressen auf der Strecke, für Campinggäste die Antwort auf den Abend, an dem niemand mehr kochen will.

Was es nicht ist: eine schnelle Küche für zwischendurch. Wer mit hungrigen Kindern um Punkt zwölf hereinkommt und in zwanzig Minuten wieder draußen sein will, ist an einem Grillrestaurant falsch. Für Familien mit kleinen Kindern lohnt sich der frühe Abend mehr als die Hauptzeit.

Selbst kochen oder auswärts essen

Die ehrliche Rechnung für eine vierköpfige Familie: Auswärts essen kostet an einem Abend ungefähr so viel wie die Lebensmittel für zwei Tage. Der übliche Rhythmus in einer Campingwoche liegt bei ein bis zwei Restaurantbesuchen – einer davon am Anreisetag, weil dann niemand Lust hat, nach dem Aufbau noch eine Küche einzurichten.

Woher wir das wissen

Der Anreisetag ist der mit Abstand stärkste Abend im Restaurant. Das ist kein Zufall, sondern die Reihenfolge: aufbauen, ankommen, essen. Wer das einplant, spart sich den unangenehmsten Teil des ersten Tages.