Kochen am Lagerfeuer scheitert fast immer an derselben Sache: Ungeduld. Ein Feuer, das brennt, ist zum Wärmen da. Zum Kochen braucht man das, was danach kommt.
Glut statt Flamme
Ein Feuer muss herunterbrennen, bis ein Bett aus glühender Kohle entstanden ist – bei Holz dauert das etwa vierzig Minuten bis eine Stunde. Erst dann wird gekocht. Die Flammen schiebt man zur Seite oder lässt sie ausgehen.
Woran man gute Glut erkennt: Sie ist gleichmäßig grau überzogen, glüht darunter rot und strahlt spürbare Hitze ab, ohne zu lodern.
Die vier Anfängergerichte
Folienkartoffeln
Mittelgroße Kartoffeln waschen, feucht in Alufolie wickeln, in die Glut legen, mit Glut bedecken. 45 bis 60 Minuten, einmal wenden. Fertig, wenn ein Messer ohne Widerstand hineingeht. Dazu Kräuterquark oder Butter.
Häufigster Fehler: zu große Kartoffeln. Sie brauchen anderthalb Stunden.
Stockbrot
Über der Glut am Rand, nicht in der Flamme, langsam gedreht, zehn bis fünfzehn Minuten. Fertig, wenn es hohl klingt.
Marshmallows
Der Klassiker, und der am häufigsten misslingende. Nicht in die Flamme halten – dann brennt außen und innen bleibt es kalt. Über die Glut, etwa zwanzig Zentimeter darüber, langsam drehen, bis es goldbraun ist und leicht nachgibt.
Für Kinder: lange Stöcke, sitzend, und die Warnung, dass geschmolzener Zucker sehr heiß bleibt.
Gegrilltes Obst
Halbierte Bananen mit Schokoladenstücken in der Schale, in Folie, zehn Minuten in die Glut. Oder Apfelscheiben mit Zimt. Der einfachste Nachtisch überhaupt.
Werkzeug
- Lange Grillzange – kurze reichen nicht bis zur Glut
- Hitzebeständige Handschuhe
- Alufolie, doppelt gelegt
- Ein Wasserbehälter neben dem Feuer, immer
- Ein Stock je Person, aus Laubholz, Rinde am Ende abgeschält
Sicherheit
- Nur sitzend am Feuer, nicht daneben stehen oder herumlaufen
- Ein sichtbarer Kreis aus Steinen als Grenze für kleine Kinder
- Kunstfaserkleidung schmilzt bei Funkenflug – Baumwolle oder Wolle ist sicherer
- Kein Nadelholz als Stock – es harzt und spritzt Funken
- Wasser bereithalten und die Feuerstelle nicht unbeaufsichtigt lassen, bis sie kalt ist
Was auf dem Campingplatz gilt
Ob offenes Feuer erlaubt ist, wo und zu welchen Zeiten, regelt die Platzordnung. Bei Trockenheit können behördliche Waldbrandwarnstufen jedes offene Feuer untersagen, unabhängig davon.
Woher wir das wissen
Die halbe Stunde Warten auf die Glut ist der ganze Unterschied zwischen verkohlt und gelungen. Sie ist auch die Zeit, in der die meisten Familiengespräche am Feuer stattfinden.