Am Wasser ist mehr los als überall sonst auf einem Platz. Der Grund ist einfach: Viele Tiere brauchen Wasser für einen Teil ihres Lebens und Land für den anderen – am Ufer treffen sich beide Gruppen.

Wer im Wasser lebt

  • Libellenlarven. Die räuberischen Jugendstadien leben ein bis mehrere Jahre unter Wasser, bevor sie schlüpfen. Wer eine leere Larvenhaut an einem Halm findet, hat den Beweis in der Hand.
  • Kaulquappen. Im Frühjahr in Massen, im Sommer mit Beinen. Die Umwandlung ist über Wochen zu beobachten – die beste Langzeitbeobachtung, die ein Teich bietet.
  • Molche. Im Frühjahr im Wasser, danach an Land. Sie hängen oft senkrecht dicht unter der Oberfläche und tauchen ab, wenn ein Schatten fällt.
  • Wasserläufer und Rückenschwimmer. Die einen laufen auf der Oberfläche, die anderen schwimmen kopfüber darunter.
  • Posthornschnecken, Wasserasseln, Egel. Alles, was unter Steinen und zwischen Pflanzen sitzt.

Wer über dem Wasser lebt

Libellen sind die auffälligsten. Zu unterscheiden sind zwei Gruppen, und das schaffen Kinder sofort: Kleinlibellen falten die Flügel im Sitzen zusammen und fliegen zart und flatternd; Großlibellen halten die Flügel ausgebreitet und fliegen schnell und geradlinig. Mehr Unterscheidung braucht es für den Anfang nicht.

Dazu kommen Wasserjungfern, Schwebfliegen, Köcherfliegen und – am Abend – Fledermäuse, die über der Wasserfläche jagen.

Wann man am meisten sieht

  1. Vormittags bei Sonne für Libellen: Sie brauchen Wärme, um zu fliegen.
  2. Am frühen Abend für Frösche – dann wird gerufen.
  3. Im Frühjahr für Molche und Laich.
  4. Bei bedecktem Himmel gar nicht viel. Das ist keine schlechte Beobachtung, sondern eine.

Wie man hinschaut

  • Still stehen und warten. Nach zwei bis drei Minuten kommt zurück, was weggeschwommen ist.
  • Von der Sonne abgewandt, damit kein Schatten aufs Wasser fällt.
  • Kescher nur flach und kurz. Was gefangen wird, kommt in einen Becher mit Teichwasser, wird angeschaut und nach wenigen Minuten an derselben Stelle wieder freigelassen.
  • Nichts mitnehmen. Laich, Kaulquappen und Molche gehören nicht in ein Marmeladenglas im Vorzelt.

Was rechtlich gilt

Amphibien und Libellen sind in Deutschland besonders geschützt. Fangen, Stören und Entnehmen sind grundsätzlich verboten; kurzzeitiges Anschauen im Rahmen der Naturbeobachtung wird vielerorts geduldet, aber Schutzgebiete haben eigene, strengere Regeln. Was am konkreten Gewässer erlaubt ist, sagt die Beschilderung oder die zuständige Naturschutzbehörde, siehe Naturschutz im Biosphärenreservat.

Am Naturbadeteich

Ein Naturbadeteich ist ein Lebensraum und eine Badestelle zugleich. Beobachtet wird deshalb am Rand und außerhalb der Badezeiten – nicht mitten im Schwimmbereich. Was einen Naturbadeteich sonst ausmacht, steht in Naturbadeteich und Freibad.

Woher wir das wissen

Die verlässlichste Beobachtung am Teich ist nicht ein Tier, sondern der Effekt des Wartens. Kinder, die drei Minuten stillstehen, sehen doppelt so viel wie Kinder, die den Uferstreifen ablaufen – und das lernen sie an einem Nachmittag.