Spargel gehört zu den Gerichten, die Erwachsene mögen und Kinder oft ablehnen. Das hat nachvollziehbare Gründe, und zwei davon lassen sich in der Zubereitung ändern.

Warum Kinder Spargel schwierig finden

  • Die Bitterkeit. Kinder nehmen Bitterstoffe stärker wahr als Erwachsene. Weißer Spargel hat davon mehr als grüner.
  • Die Konsistenz. Weich gekochte, lange Stangen mit Fäden sind für viele Kinder unangenehm im Mund – häufig mehr ein Konsistenz- als ein Geschmacksproblem.
  • Die Form. Ein Gericht, das aus einem Haufen gleichförmiger Stangen mit Sauce besteht, ist optisch weit weg von dem, was Kinder kennen.

Vier Wege, die funktionieren

  1. Grün statt weiß. Grüner Spargel ist milder, wird nicht so weich und lässt sich in kurze Stücke schneiden. Für den Einstieg der bessere Kandidat.
  2. Kurz gebraten statt gekocht. In Stücke geschnitten, in der Pfanne oder auf der Platte angebraten, mit etwas Salz – so bleibt Biss, und die Röstaromen nehmen der Bitterkeit die Spitze.
  3. In etwas Bekanntes einbauen. Spargelstücke in Rührei, in Nudeln, als Belag auf einem Fladen. Der Spargel ist dann eine Zutat und nicht die Hauptperson – das senkt die Hürde deutlich.
  4. Mitmachen lassen. Schälen mit dem Sparschäler geht ab etwa sechs Jahren unter Aufsicht, das Abbrechen der holzigen Enden bei grünem Spargel schon früher. Wer geschält hat, probiert eher.

Was man sich sparen kann

Sauce hollandaise als Überzeugungsmittel funktioniert selten – sie ist für viele Kinder ein eigenes Problem und nicht die Lösung. Ebenso wenig hilft die Erklärung, dass Spargel gesund sei. Wirksamer ist die kleine Portion neben etwas, das ohnehin gemocht wird, und die Möglichkeit, sie liegen zu lassen.

Die Sache mit dem Geruch

Nach dem Spargelessen riecht der Urin bei vielen Menschen anders. Das ist harmlos und für Kinder meistens der interessanteste Teil des ganzen Themas. Wer es vorher erwähnt, hat einen guten Einstieg – und erklärt nebenbei, dass der Körper Essen verarbeitet und nicht einfach nur aufbewahrt.

Saison als Erfahrung

Spargel gibt es zehn Wochen im Jahr. Das ist für Kinder eine begreifbare Größe: Es gibt Dinge, die es nicht immer gibt. Ein Besuch am Feld oder am Verkaufsstand macht daraus etwas Anschauliches – dort liegt die Stange, die abends auf dem Teller ist. Warum die Saison am Johannistag endet, steht im Beitrag Die Spargelsaison und der Johannistag.

Woher wir das wissen

Auf einem Familienplatz sieht man beim Essen dieselbe Beobachtung immer wieder: Was in Stücken auf dem Teller liegt und mit den Fingern gegessen werden darf, wird probiert. Was als lange Stange unter Sauce liegt, bleibt liegen. Beim Spargel ist der Unterschied besonders groß.

Offenlegung

Das Restaurant „Zum Indianer“ liegt am Familien-Campingplatz Bertingen und gehört zum selben Betrieb wie dieses Portal. Termine, Preise und Anmeldung stehen ausschließlich auf zum-indianer.de – hier steht nur, worum es geht. Wie wir mit solchen Fällen umgehen, erklären die Redaktionellen Grundsätze.