Auf einem Naturplatz gehören diese drei zum Alltag. Panik hilft nicht, ein Ablauf schon.
Zecken
Wo sie sitzen
In Bodennähe: hohe Gräser, Farne, Unterholz, Waldränder. Nicht auf Bäumen – sie fallen niemanden an, sie warten, bis jemand vorbeistreift. Aktiv sind sie ab etwa sieben Grad Bodentemperatur, in milden Jahren also fast ganzjährig.
Was vorbeugend hilft
- Lange, helle Kleidung – auf hell sieht man sie
- Socken über die Hosenbeine, wenn es durch hohes Gras geht
- Auf Wegen bleiben statt durch Unterholz
- Abends absuchen: Kniekehlen, Leisten, Bauchnabel, Achseln, Haaransatz, hinter den Ohren
Wenn eine sitzt
Möglichst bald entfernen, mit Zeckenzange oder -karte, dicht an der Haut ansetzen und gerade herausziehen. Nicht drehen, nicht quetschen, kein Öl, kein Klebstoff – all das erhöht das Risiko, dass die Zecke Erregerhaltiges abgibt. Danach die Stelle desinfizieren und einige Wochen im Blick behalten.
Zur Ärztin gehört: die Frage nach der FSME-Impfung, die Einschätzung, ob die Region ein Risikogebiet ist, und jede Rötung, die sich ringförmig ausbreitet. Die aktuelle Einschätzung zu Risikogebieten veröffentlicht das Robert Koch-Institut.
Mücken
In Flussnähe unvermeidlich, besonders in der Dämmerung und nach Hochwasser. Was hilft:
- Moskitonetz über Reisebett und Kinderwagen – die wirksamste Maßnahme und die einzige ohne Wirkstoff
- Lange, weite Kleidung in der Dämmerung; durch enge Kleidung stechen sie hindurch
- Zelteingänge in der Dämmerung geschlossen halten, nicht erst nachts
- Stehendes Wasser am Stellplatz vermeiden – Gießkannen, Eimer, Planen mit Wassersäcken
Welche Mückenschutzmittel für welches Kindesalter zugelassen sind, steht auf der Packung und wird von der Apotheke oder der Kinderärztin beantwortet – nicht hier.
Bienen und Wespen
Das eigentliche Thema am Frühstückstisch. Wespen interessieren sich für Süßes und Fleisch, Bienen für Blüten und selten für Menschen.
- Getränke abdecken. Ein Strohhalm im offenen Glas ist die klassische Falle – der Stich im Mund ist der gefährliche.
- Nicht schlagen. Hektische Bewegungen provozieren. Ruhig wegbewegen wirkt besser.
- Nach dem Essen Hände und Mund abwischen. Bei Kleinkindern ist das der wirksamste Punkt überhaupt.
- Barfuß auf Klee ist Bienenland. Auf der Wiese Schuhe an.
Ernst wird es bei Stichen im Mund- oder Rachenraum und bei allergischen Reaktionen mit Atemnot, Schwellung im Gesicht oder Kreislaufproblemen. Dann ist es ein Notfall – 112. Wer weiß, dass ein Kind allergisch reagiert, hat das Notfallset dabei und sagt an der Rezeption Bescheid.
Was in die Reiseapotheke gehört
Zeckenzange oder -karte, Desinfektionsmittel, Pflaster, kühlende Kompressen. Alles Weitere – Medikamente gegen Juckreiz, Antihistaminika, das Notfallset – gehört vorher mit der Kinderärztin besprochen.
Woher wir das wissen
Die Zeckenzange ist der Gegenstand, nach dem an der Rezeption am zweithäufigsten gefragt wird – gleich nach dem Hammer. Sie kostet fast nichts und fehlt fast immer.