Der größte Gewinn eines Campingurlaubs für Kinder ist die Bewegungsfreiheit. Sie funktioniert, wenn ihr Rahmen so klar ist, dass niemand ihn erklären muss.
Die vier Absprachen am ersten Tag
- Der Bereich. Wo dürfen die Kinder ohne Rückfrage sein? Diesen Bereich geht man gemeinsam ab und legt sichtbare Grenzen fest – der Weg, die Hecke, das Gebäude. Nicht „in der Nähe“, sondern bis wohin.
- Das Wasser. Teich, See, Fluss, Pool – nur mit Erwachsenen. Das ist die eine Regel ohne Ausnahme, unabhängig davon, wie gut ein Kind schwimmt.
- Der Weg zurück. Jedes Kind muss den eigenen Stellplatz allein finden. Eine Markierung hilft – eine Fahne, ein Tuch, eine bestimmte Farbe. Auf einem Wiesenplatz sehen viele Zelte gleich aus.
- Was tun, wenn etwas ist. Zur Rezeption gehen und sagen, wie man heißt und wo man steht. Kleine Kinder bekommen einen Zettel mit Handynummer und Stellplatznummer in die Jackentasche.
Die realen Gefahren, geordnet nach Häufigkeit
- Fahrzeuge. Autos und Wohnmobile rangieren rückwärts über den Platz. Kinder sind dabei im toten Winkel. Auf Wegen gilt: Schrittgeschwindigkeit für alle, und Kinder gehen am Rand.
- Zeltleinen und Heringe. Das häufigste Stolperrisiko, siehe Zeltheringe richtig wählen.
- Feuer und Grill. Ein Grill bleibt nach dem Essen stundenlang heiß. Er gehört an eine Stelle, an der niemand vorbeirennt.
- Wasser. Auch flaches Wasser und auch ein Naturbadeteich mit Aufsicht.
- Gaskocher und Strom. Kabel quer über den Weg, Kartuschen in Reichweite – beides einfach zu vermeiden.
Eine ausführliche Übersicht für die Jüngsten steht in Gefahrenquellen für Kleinkinder.
Fremde Menschen
Ein Campingplatz ist ein halböffentlicher Ort mit vielen Erwachsenen, die Kinder nicht kennen. Die übliche Absprache reicht: nicht mit Fremden mitgehen, nichts annehmen, im Zweifel zur Rezeption. Dramatisieren muss man das nicht – die Wahrscheinlichkeit ist gering, und die Regel ist dieselbe wie zu Hause.
Was Eltern selbst tun können
Den eigenen Stellplatz sichtbar machen, Leinen markieren, das Kabel nicht über den Weg legen, den Grill außerhalb der Laufrichtung aufstellen und beim Rangieren jemanden einweisen lassen. Diese fünf Dinge schützen vor allem die Kinder der Nachbarn – und das ist der eigentliche Punkt.
Woher wir das wissen
Die Zwischenfälle, die auf einem Platz tatsächlich passieren, sind fast nie die, vor denen sich Eltern fürchten. Es sind Stürze über Leinen und Beinahe-Zusammenstöße mit rückwärtsfahrenden Fahrzeugen. Beide lassen sich mit zehn Minuten Aufwand deutlich reduzieren.