Zwischen ein und drei Jahren ist Camping am anstrengendsten. Nicht weil der Platz gefährlich wäre, sondern weil Kinder in diesem Alter mobil sind, ohne Risiken einschätzen zu können. Das ist beherrschbar – wenn man weiß, wo hinzusehen ist.

1. Wasser

Der wichtigste Punkt, und er lässt sich nicht abschwächen: Ein Kleinkind kann in sehr flachem Wasser ertrinken, lautlos und in Sekunden. Auf einem Platz mit Badeteich, Fluss oder Regentonne gilt Sichtkontakt, nicht Hörkontakt. Schwimmflügel ersetzen keine Aufsicht.

2. Fahrzeuge

Auf dem Platz wird gefahren – bei An- und Abreise, beim Rangieren von Wohnwagen. Kleinkinder sind zwischen Fahrzeugen nicht zu sehen, und ein rangierender Wohnwagen hat große tote Winkel. Deshalb: keine Spiele auf den Wegen, und beim Rangieren des Nachbarn Kinder an die Hand.

3. Feuer und Grill

Ein Grill bleibt nach dem Essen stundenlang heiß, ohne dass man es sieht. Eine Feuerschale glüht am nächsten Morgen noch. Beides gehört außerhalb der Reichweite oder unter dauerhafte Aufsicht, bis es wirklich kalt ist.

4. Heringe und Abspannleinen

Auf Stolperhöhe gespannte Leinen und herausstehende Heringe sind die häufigste kleine Verletzungsquelle. Wer die Leinen mit hellen Bändchen markiert, schützt die eigenen Kinder und die der Nachbarn.

5. Der Gaskocher

Ein Kocher auf einem Campingtisch steht auf Kleinkindhöhe. Töpfe mit heißem Inhalt lassen sich herunterziehen. Kochstelle so weit hinten wie möglich, Griffe nach innen, und nichts unbeaufsichtigt köcheln lassen.

6. Kleinteile im Gras

Auf einem Platz liegt mehr im Gras, als man denkt: Kronkorken, Zigarettenreste, Grillkohle, Scherben. Wer den eigenen Stellplatz einmal absucht, bevor das Kind loskrabbelt, hat den größten Teil erledigt.

7. Zecken

Keine akute Gefahr, aber eine tägliche Aufgabe. Nach jedem Tag im Grünen absuchen: Kniekehlen, Leisten, Haaransatz, hinter den Ohren. Bei Kleinkindern lohnt es, daraus eine feste Abendroutine zu machen.

Was praktisch hilft

  • Stellplatz mit Übersicht. Nicht an der Durchfahrt, nicht direkt am Wasser, mit Sicht auf den Spielbereich.
  • Eine Grenze, die das Kind versteht. Ein Seil, eine Decke, eine Baumreihe – etwas Sichtbares wirkt besser als eine Erklärung.
  • Auffällige Kleidung. Ein leuchtendes Oberteil macht ein Kind auf einer Wiese voller Zelte sofort auffindbar.
  • Absprache, wer schaut. Die meisten Beinaheunfälle entstehen, wenn beide Eltern glauben, der andere passe auf.

Woher wir das wissen

Der letzte Punkt ist der wichtigste und der am wenigsten beachtete. Wer zu zweit am Tisch sitzt, sollte einmal laut sagen, wer gerade zuständig ist.