Kein anderer Teil eines Campingplatzes bekommt so viele Rückmeldungen wie das Sanitärgebäude. Mit Kindern ist es zusätzlich der Ort, an dem der Tagesablauf hängen bleibt – dreimal täglich, immer mit Anlauf.
Die Zeiten
Die Belegung folgt einem festen Muster: Morgens zwischen sieben und neun ist es am vollsten, abends zwischen achtzehn und zwanzig Uhr ebenfalls. Wer mit Kindern um zehn duscht und um einundzwanzig Uhr Zähne putzt, hat die Gebäude fast für sich. Das ist die wirksamste einzelne Maßnahme und kostet nichts.
Was den Weg verkürzt
- Eine Tasche pro Person, gepackt und immer am selben Ort. Nicht drei Familienbeutel, aus denen jeder etwas sucht.
- Badeschuhe für alle. Nasse Fliesen sind rutschig, und mit Schuhen geht es schneller.
- Handtuch mit Kapuze für kleine Kinder – sie sind damit schneller angezogen.
- Wechselkleidung mitnehmen, nicht in der Kabine feststellen, dass sie im Zelt liegt.
- Münzen oder Chip griffbereit, wo Duschen abgerechnet werden.
Familienbad und Kinderbereich
Viele Familienplätze haben Familienduschen, Kinderwaschbecken in niedriger Höhe und einen Wickelraum. Wo es sie gibt, sind sie die deutlich bessere Wahl als der reguläre Bereich – man kann zu zweit hinein, das Kind steht nicht allein vor einer Kabine, und niemand wartet dahinter. Ob und wo es sie gibt, fragt man beim Einchecken.
Was Kinder selbst können
Ab etwa sechs Jahren gehen viele Kinder allein zum Zähneputzen, wenn drei Dinge geklärt sind: der Weg, die Lampe und der Zeitpunkt der Rückkehr. Das ist ein sinnvoller Schritt in Richtung Selbstständigkeit, siehe auch Sicherheit auf dem Campingplatz. Bei Dunkelheit und bei größeren Plätzen geht jemand mit – nicht wegen des Weges, sondern wegen der Fahrzeuge.
Rücksicht
- Nicht in der Stoßzeit lange duschen. Hinter der Tür wartet jemand mit einem Kleinkind.
- Waschbecken sind keine Spülplätze. Geschirr gehört an den Spülplatz, dafür ist er da.
- Sand aus der Dusche spülen – der Nächste steht darin.
- Windeln in den Restmüll, nicht in die Behälter der Kabinen, siehe Windeln, Müll und Hygiene.
Woher wir das wissen
Wenn Gäste einen Platz wegen der Sanitäranlagen kritisieren, geht es fast nie um die Ausstattung und fast immer um die Uhrzeit. Ein Gebäude, das um acht Uhr morgens überlastet wirkt, ist um zehn großzügig. Wer das einmal ausprobiert, ändert seinen Tagesablauf für den Rest der Woche.