Bauprojekte in der Natur haben einen Vorteil gegenüber Basteln: Sie bleiben stehen. Und wenn sie funktionieren, zieht jemand ein.
1. Der Käferkeller
Das einfachste Projekt und das mit der höchsten Erfolgsquote. Ein Loch von etwa dreißig Zentimetern Tiefe an einer halbschattigen Stelle, hineingelegt werden Totholzstücke, Rinde, Zapfen und Laub. Obenauf ein flacher Stein oder ein Brett als Dach mit Spalt. Fertig in zwanzig Minuten.
Wer nach drei Tagen nachsieht, findet Asseln, Tausendfüßer, Käferlarven und Ohrwürmer. Das ist keine Bastelarbeit, sondern ein funktionierender Lebensraum – und die Kinder haben ihn gebaut.
2. Der Totholzhaufen
Noch einfacher: Äste, Zweige und Stammstücke an einer ruhigen Ecke aufschichten, unten dick, oben dünn, locker statt fest. Ein Totholzhaufen ist Unterschlupf für Igel, Kröten, Spinnen und unzählige Insekten und braucht keinerlei Pflege.
Wichtig: Der Standort wird mit der Platzleitung abgesprochen, und im Herbst aufgeschichtetes Material wird im Frühjahr nicht umgeschichtet – da schläft möglicherweise jemand darin. Wer im Winter Reisig verbrennen will, schichtet es unmittelbar vorher um.
3. Das Insektenhotel – aber richtig
Die meisten gekauften Insektenhotels funktionieren schlecht. Was tatsächlich angenommen wird, ist überschaubar:
- Hartholzblöcke mit gebohrten Löchern, Durchmesser etwa zwei bis neun Millimeter, gebohrt ins Längsholz von der Seite, nicht ins Stirnholz – sonst reißt das Holz.
- Löcher sauber ausgebohrt, ohne Fasern am Eingang. Ein Wildbienenflügel ist empfindlich.
- Nicht zu tief und hinten geschlossen.
- Bambusröhrchen, sauber abgeschnitten, an einem Ende geschlossen.
- Sonnig und regengeschützt aufgehängt, mit freiem Anflug, mindestens einen halben Meter über dem Boden.
Was nicht funktioniert: Tannenzapfen, Stroh, Holzwolle, Glasröhrchen und die bunten Kisten aus dem Baumarkt mit allem gleichzeitig. Sie sehen aus wie ein Insektenhotel und stehen leer.
4. Die Wasserstelle
Eine flache Schale mit Wasser, darin ein paar Steine, die aus dem Wasser ragen. Insekten und Vögel brauchen Trinkstellen, an denen sie nicht ertrinken. Das Wasser wird täglich gewechselt – stehendes Wasser über Tage ist eine Mückenbrutstätte und keine gute Idee auf einem Campingplatz.
Was diese Projekte gemeinsam haben
- Material von dort, wo man ist. Nichts muss gekauft werden.
- Fertig an einem Nachmittag, Ergebnis nach Tagen.
- Sie funktionieren zu Hause genauso – das ist der eigentliche Wert: Das Projekt wird im Garten wiederholt.
- Sie lassen sich prüfen. Es zieht jemand ein oder nicht.
Absprache und Standort
Auf einem Campingplatz gehört jedes dauerhafte Bauwerk abgesprochen – auch ein Asthaufen. Und in Schutzgebieten wird nichts gebaut und nichts umgeschichtet, siehe Naturschutz im Biosphärenreservat. Alles, was bleibt, bleibt mit Erlaubnis.
Woher wir das wissen
Der Käferkeller ist das Projekt mit der besten Quote: Bei fast jedem Nachsehen ist etwas drin. Beim Insektenhotel dauert es dagegen bis zur nächsten Saison, und das muss man Kindern vorher sagen – sonst ist es nach drei Tagen ein Misserfolg.