Wer gerade laufen lernt, hat zu Hause ebene Böden und feste Kanten zum Festhalten. Draußen ist beides weg. Das macht die ersten Tage mühsamer und die Erfahrung reicher.

Was unebener Boden bewirkt

Wiese, Sand und Waldboden geben unter dem Fuß nach und sind nie gleich. Kinder müssen ihr Gleichgewicht ständig neu ausbalancieren, und sie tun das mit sichtbarem Ernst. Erwartbar sind mehr Stürze als drinnen – auf weichem Untergrund allerdings mit deutlich geringeren Folgen als auf Fliesen.

Wo es auf dem Platz gut geht

  • Kurz gemähte Wiese ist der beste Startpunkt: weich, halbwegs eben, gut einsehbar.
  • Sandflächen am Spielplatz sind ideal für die Phase mit vielen Stürzen.
  • Feste Wege eignen sich für Laufwagen und Rutschautos, sind aber härter beim Hinfallen.
  • Waldboden mit Wurzeln ist etwas für später, und dann mit Begleitung neben statt hinter dem Kind.

Was besser gemieden wird

Ein Campingplatz hat Stellen, die für Laufanfänger nichts sind: Zeltleinen und Heringe, Fahrwege und Schrankenbereiche, Feuerstellen, Grillgeräte und die Ufer von Gewässern. Eine ausführliche Übersicht dazu steht im Beitrag Gefahrenquellen für Kleinkinder auf dem Platz. Zeltleinen sind dabei das häufigste Problem, weil sie auf Kopfhöhe eines Kleinkindes gespannt sind und schlecht zu sehen sind. Farbige Leinenmarkierungen kosten wenig und helfen sichtbar.

Schuhe oder barfuß

Barfuß auf sauberer Wiese ist für die Fußentwicklung günstig und für Kinder das Angenehmere. Auf Wegen, an Feuerstellen und überall dort, wo Glas oder Splitt liegen kann, gehören Schuhe an. Welche Schuhe für ein bestimmtes Kind sinnvoll sind, beantwortet die Kinderarztpraxis besser als eine Kaufberatung.

Was Eltern davon haben

Ein Kind, das den Vormittag über auf der Wiese balanciert, ist mittags müde. Das ist der oft unterschätzte Nebeneffekt: Draußen kostet Bewegung mehr Energie als drinnen, und der Mittagsschlaf fällt entsprechend zuverlässiger aus – siehe Mittagsschlaf im Urlaub.

Die Grenze

Ein Campingplatz ist kein abgeschlossener Raum. Ein Kind, das laufen kann, ist in Sekunden zwanzig Meter weg, und die Wege sind offen. Die Aufsicht bleibt in dieser Phase eng, unabhängig davon, wie ruhig der Platz wirkt.

Woher wir das wissen

Auf einem nicht parzellierten Wiesenplatz sind die Zeltleinen der Nachbarn die häufigste Stolperquelle für Kinder in diesem Alter. Wer sie markiert, tut das nicht für sich selbst.