Zwischen Magdeburg und Tangermünde liegt einer der ruhigsten Abschnitte des Elberadwegs. Er hat kaum Steigung, wenig Verkehr, lange Strecken auf dem Deich – und für Familien den entscheidenden Vorteil, dass man ihn in Etappen fahren kann, die zu Kindern passen.
Was den Abschnitt ausmacht
- Flach. Nennenswerte Steigungen gibt es nicht. Die einzige echte Anstrengung ist der Wind.
- Zwei Ufer. Der Elberadweg verläuft links und rechts der Elbe. Beide Seiten sind ausgeschildert, die Strecken unterscheiden sich in Länge und Belag.
- Fähren statt Brücken. Brücken sind selten, Fähren nicht – sie machen Rundtouren erst möglich, siehe Elbfähren in der Altmark.
- Wenig Infrastruktur dazwischen. Zwischen den Orten gibt es lange Abschnitte ohne Einkehr. Wasser und Proviant kommen mit.
- Deichabschnitte sind schattenlos. Im Hochsommer ist das der begrenzende Faktor, nicht die Länge.
Wie man ihn aufteilt
Die Gesamtstrecke liegt je nach Uferwahl grob bei sechzig bis siebzig Kilometern – für Familien also kein Tagesziel, sondern ein Rahmen für mehrere Ausflüge. Drei sinnvolle Zuschnitte ab Bertingen:
- Halbtagsrunde mit Fähre. Auf einer Uferseite hin, mit der Fähre über die Elbe, auf der anderen zurück. Die kürzeste Variante mit dem größten Erlebnis für Kinder.
- Tagestour nach Tangermünde in eine Richtung, Rückfahrt mit Zug oder Abholung. Die Stadt lohnt den Tag, siehe Tangermünde mit Kindern.
- Tagestour Richtung Magdeburg bis zu einem Ziel im Elbauenpark und zurück mit dem Zug – mehr dazu in Der Jahrtausendturm.
Welche Etappenlängen realistisch sind, steht nach Alter sortiert im Beitrag Radtour-Etappenlängen. Kürzere Rundkurse direkt ab dem Platz stehen in Drei Radrouten ab Bertingen.
Die Windregel
In der offenen Elbaue ist Wind der wichtigste Planungsfaktor. Gegen den Wind hinfahren, mit dem Wind zurück – wer es umgekehrt macht, hat auf dem Rückweg müde Kinder gegen den Wind. Die Windrichtung steht in jeder Vorhersage, und in dieser Landschaft ist sie mehr wert als die Höhenmeter.
Was unterwegs für Kinder zählt
Nicht die Landschaft, sondern die Unterbrechungen: die Fähre, ein Storchennest, eine Badestelle, ein Spielplatz in einem Ort, ein Eis. Wer drei solcher Punkte auf der Strecke hat, kommt mit Kindern deutlich weiter als jemand, der eine schöne Strecke ohne Anlässe fährt.
Hochwasser und Sperrungen
Im Frühjahr und nach starken Niederschlägen im Einzugsgebiet können Abschnitte am Fluss unter Wasser stehen, und Fähren stellen bei bestimmten Pegelständen den Betrieb ein. Vor einer Tour lohnt deshalb der Blick auf die Pegelmeldungen der zuständigen Behörden und ein Anruf bei der Fähre – mehr dazu in Die Elbe verstehen.
Woher wir das wissen
Familien, die den Abschnitt zum ersten Mal fahren, planen fast immer zu weit und zu wenig Pausen. Die Touren, die gut ausgehen, haben eine Fähre in der Mitte – ab dem Moment fragt niemand mehr, wie weit es noch ist.