Zwischen Magdeburg und Tangermünde gibt es kaum feste Elbquerungen. Was es gibt, sind Fähren – kleine Gierseilfähren und Motorfähren, die Menschen, Räder und Fahrzeuge übersetzen.

Warum das für Familien zählt

Erstens: das Erlebnis. Fünf Minuten Überfahrt, und man war auf einem Schiff. Für Kinder ist das regelmäßig der Teil des Ausflugs, von dem sie abends erzählen – nicht die Burg, nicht das Museum.

Zweitens: die Rundtour. Ohne Fähre ist eine Radtour an der Elbe eine Strecke hin und dieselbe zurück. Mit Fähre wird sie zur Runde, und Runden funktionieren mit Kindern deutlich besser als Wiederholungen.

Drittens: die Abkürzung. Wer auf die andere Elbseite will, spart über eine Fähre schnell zwanzig bis dreißig Kilometer Umweg über die nächste Brücke.

Wie eine Gierseilfähre funktioniert

Das ist der Teil, der Kinder wirklich interessiert: Eine Gierseilfähre hat keinen Motorantrieb für die Querung. Sie hängt an einem Seil, das stromaufwärts verankert ist, und wird schräg zur Strömung gestellt. Der Fluss drückt sie dadurch von selbst ans andere Ufer – dieselbe Physik wie bei einem Segel im Wind, nur mit Wasser.

Wer das vor der Überfahrt erklärt, hat die Aufmerksamkeit für die ganzen fünf Minuten.

Was vorher zu klären ist

Der Wasserstand

Der wichtigste Punkt. Fähren fahren nicht immer:

  • Bei Hochwasser wird der Betrieb eingestellt, weil Anleger überflutet und die Strömung zu stark ist.
  • Bei extremem Niedrigwasser kann die Fahrrinne zu flach werden.
  • Bei Eisgang im Winter ruht der Betrieb ohnehin.

Eine ausgefallene Fähre bedeutet auf dieser Strecke schnell zwanzig Kilometer Umweg. Deshalb: vor der Tour beim Betreiber nachsehen, nicht darauf vertrauen.

Die Betriebszeiten

Viele Fähren fahren saisonal und nicht durchgehend, manche machen Mittagspause. Wer den letzten Kurs verpasst, steht auf der falschen Seite. Bei einer Radtour gehört die Rückfahrzeit in die Planung.

Die Bezahlung

Meist bar an Bord. Kartenzahlung ist die Ausnahme.

Mit Kindern an Bord

  • Räder festhalten oder abstellen – eine Fähre bewegt sich beim Anlegen
  • Kinder an die Hand beim Auf- und Abfahren, das ist der einzige heikle Moment
  • Nicht über die Reling lehnen, auch wenn es langsam aussieht
  • Die Fahrt nutzen: Strömung ansehen, Uferseite vergleichen, Treibgut suchen

Die Fähren in Reichweite

Zwischen Magdeburg und Tangermünde gibt es mehrere Übergänge, unter anderem bei Rogätz, Ferchland und Arneburg. Welche gerade in Betrieb ist, wie die Zeiten sind und was es kostet, steht bei den jeweiligen Betreibern – diese Angaben ändern sich jede Saison und stehen deshalb nicht hier.

Woher wir das wissen

Radreisende Familien, die hier ankommen, haben zwei wiederkehrende Themen: Der Wind war schlimmer als gedacht, und die Fähre fuhr nicht. Der zweite Punkt lässt sich mit einem Blick vorher vermeiden.