Diese Liste ist nicht aus Ratgebern zusammengetragen, sondern aus dreißig Saisons Zuschauen. Fast alle Punkte kosten nichts außer dem Wissen, dass es sie gibt.

1. Zu spät anreisen

Der teuerste Fehler, weil er alle anderen verstärkt. Aufbauen im Dunkeln, mit hungrigen Kindern, ohne Übersicht über den Platz. Wer vor 17 Uhr ankommt, hat einen anderen Urlaub.

2. Zu viel mitnehmen

Beim ersten Mal packen fast alle das halbe Haus ein. Das Auto ist voll, das Vorzelt wird zum Lager, und zwei Drittel davon fahren unbenutzt wieder heim. Beim dritten Mal legt sich das von selbst.

3. An der Isomatte sparen

Der Schlafsack bekommt das Budget, die Unterlage den Rest. Dabei entscheidet die Matte darüber, ob jemand friert. Wärme geht nach unten verloren, nicht nach oben.

4. Die mitgelieferten Heringe verwenden

Die dünnen Rundstifte in der Zelttasche sind Beipack. Auf einer weichen Sommerwiese ziehen sie sich beim ersten Böenstoß heraus. Ein Satz Profilheringe kostet wenig und ist die wirksamste Einzelmaßnahme überhaupt.

5. Das Zelt an der Wand berühren

Wo Gepäck oder ein Schlafsack innen an der Außenhaut anliegt, kommt Feuchtigkeit durch. Das hat nichts mit einer schlechten Wassersäule zu tun und wird trotzdem regelmäßig als Zeltmangel gemeldet.

6. Programm für jeden Tag planen

Ein Campingtag mit Kindern trägt etwa einen Programmpunkt. Wer drei plant, verbringt den Tag mit Aufbrechen und Zurückkommen und wundert sich abends, dass alle gereizt sind.

7. Am Anreisetag noch einen Ausflug einschieben

Er geht immer schief. Immer.

8. Kleidung für Kinder knapp rechnen

Auf einer Wiese wird Kleidung nass, sandig und schmutzig, oft mehrfach am Tag, und es gibt keine Waschmaschine. Das Doppelte dessen, was zu Hause reichen würde, ist die richtige Menge.

9. Zwei starke Geräte gleichzeitig anschließen

Bei sechs Ampere sind rund 1.380 Watt verfügbar. Ein Wasserkocher schöpft das fast allein aus. Wasserkocher und Heizlüfter zusammen lösen die Sicherung – meist morgens, wenn alle gleichzeitig Kaffee wollen.

10. Den Stellplatz nach Aussicht wählen

Mit kleinen Kindern zählt Übersicht mehr als Aussicht. Wer den Spielplatz vom Stuhl aus sieht, sitzt öfter.

11. Erwarten, dass die erste Nacht gut wird

Sie wird kurz. Heller, lauter, kälter als zu Hause. Ab der zweiten Nacht legt sich das fast immer. Wer damit rechnet, ärgert sich nicht darüber.

12. Bei Regen abreisen

Der Abbau im Regen ist unangenehmer als der Regentag, und das nasse Zelt muss zu Hause sofort getrocknet werden, sonst schimmelt es. Ein Regentag von dreien ist normal.

Woher wir das wissen

Aus dem, was an der Rezeption geliehen und gefragt wird. Die Rangfolge ist über die Jahre erstaunlich stabil: Hammer, Decke, Flaschenöffner, Verlängerungskabel.