Eine vollständige Zeltausrüstung für vier Personen kostet so viel wie mehrere Urlaube. Für den ersten Versuch ist Leihen deshalb naheliegend – aber nicht bei jedem Teil.
Was sich zu leihen lohnt
- Das Zelt. Das teuerste Einzelteil und dasjenige, bei dem man am wenigsten weiß, welche Größe passt.
- Dachbox oder Anhänger. Einmal im Jahr gebraucht, das restliche Jahr im Weg.
- Kindertragen und Fahrradanhänger. Werden schnell zu klein.
- Spezielles für eine Reise. Ein Feldbett für Besuch, ein zweites Vorzelt, eine große Kühlbox für eine Gruppenfahrt.
- Wohnwagen und Wohnmobil. Der klassische Mietfall – hier ist die Anschaffung eine Größenordnung für sich.
Was man besser kauft
- Schlafsack und Isomatte. Körpernahe Ausrüstung, die passen muss und in Gebrauchtqualität unangenehm ist. Außerdem günstig genug.
- Kocher, Töpfe, Geschirr. Der Anschaffungspreis liegt unter zwei Leihgebühren.
- Lampen, Hammer, Kleinkram. Man leiht keine Stirnlampe.
- Kleidung und Schuhe. Offensichtlich, wird aber bei Regenkleidung für Kinder trotzdem gefragt.
Wo man leiht
- Outdoor-Fachgeschäfte vermieten häufig Zelte und größere Teile, oft mit Anrechnung auf einen späteren Kauf.
- Verleihplattformen und Nachbarschaftsportale – günstig, aber ohne Prüfung des Zustands.
- Campingplätze selbst. Manche verleihen Ausrüstung oder vermitteln sie; ein Mietzelt vor Ort geht noch einen Schritt weiter, siehe Ohne eigene Ausrüstung campen.
- Vereine und Jugendeinrichtungen verleihen Gruppenzelte, teils nur an Gruppen.
Was man vor der Übernahme prüft
Vollständigkeit ist der Punkt, an dem es scheitert: Heringe, Abspannleinen, Gestänge, Reparaturhülse, Aufbauanleitung. Zusätzlich ansehen: Reißverschlüsse, Nähte, Beschichtung des Zeltbodens auf Ablösung, Geruch – ein Zelt, das muffig riecht, wurde feucht eingelagert und ist innen nicht mehr in Ordnung. Am wichtigsten: das Zelt vor der Abreise einmal zu Hause aufbauen. Fehlt ein Bogen, merkt man das besser im Garten als auf dem Platz.
Die Rechnung
Als grobe Orientierung: Wer öfter als zwei- bis dreimal im Jahr fährt, fährt mit eigener Ausrüstung günstiger – bei größeren Teilen dauert es länger, bei Kleinkram ist Kaufen sofort günstiger. Dazu kommt ein weicher Faktor: Eigene Ausrüstung liegt gepackt bereit, geliehene muss abgeholt und zurückgebracht werden.
Woher wir das wissen
Der häufigste Grund, warum ein geliehenes Zelt Ärger macht, ist nicht sein Zustand, sondern ein fehlendes Teil. Deshalb ist der Probeaufbau zu Hause kein Extra, sondern der eigentliche Teil des Ausleihens.