In der Altmark und im Elbtal gibt es Badegewässer ganz unterschiedlicher Herkunft, und der Typ bestimmt, worauf man achtet. Wer den Unterschied kennt, wählt das Gewässer nach dem Alter der Kinder statt nach der Entfernung.
Die drei Typen
Kiesseen und Baggerseen
Entstanden durch Kies- oder Sandabbau. Das Wasser ist meist klar und kühl, weil es überwiegend Grundwasser ist. Das typische Risiko sind die Ufer: Ein flacher Sandeinstieg kann wenige Meter neben einer steilen Abbruchkante liegen, und die Tiefe nimmt schnell zu. Dazu kommen kalte Schichten in der Tiefe. Für kleine Kinder heißt das: nur an ausgewiesenen, flachen Stellen und immer in Griffweite. Der Silbersee ist ein Vertreter dieses Typs.
Erdfallseen
Natürlich entstanden durch eingestürzte Hohlräume, wie der Arendsee. Sie sind groß, offen und tief. Das typische Risiko ist der Wind: Auf großen Flächen bauen sich schnell Wellen auf, und ablandiger Wind treibt Luftmatratzen und Schlauchboote hinaus – das ist die häufigste Ursache für Rettungseinsätze an Binnenseen.
Naturbadeteiche
Angelegte Gewässer mit biologischer Reinigung statt Chemie. Sie sind flach, wärmen sich schnell auf und haben weiches Wasser. Das typische Merkmal ist die Trübung: Man sieht den Grund nicht so klar wie im Freibad, und Algen und Pflanzen gehören dazu. Was das praktisch bedeutet, steht in Naturbadeteich und Freibad.
Was man vorher prüft
- Ist es ein ausgewiesenes Badegewässer? Nur dort wird die Wasserqualität regelmäßig überwacht, und nur dort gibt es verlässliche Angaben.
- Gibt es Aufsicht? An den meisten Seen in der Region nicht. Das ändert nichts an den Regeln, aber an der Verantwortung.
- Wie sieht der Einstieg aus? Zu Fuß abgehen, bevor Kinder hineingehen. Diese fünf Minuten sind die wichtigsten des Tages.
- Warnhinweise? Blaualgen, Sperrungen, Bauarbeiten – die Beschilderung vor Ort ist maßgeblich.
- Wie ist der Wind? Ablandiger Wind und aufblasbares Spielzeug passen nicht zusammen.
Blaualgen
Bei warmem Wetter können sich in stehenden Gewässern Cyanobakterien stark vermehren. Anhaltspunkte sind grünlich-blaue Schlieren, starke Trübung und Warnhinweise. Für Kinder und Hunde ist das besonders relevant, weil sie Wasser schlucken. Die Beurteilung übernehmen die zuständigen Behörden – im Zweifel bleibt man draußen. Für Hunde gilt Zusätzliches, siehe Baden mit Hund.
Die Elbe
Sie ist kein Badegewässer. Strömung, Sog durch die Berufsschifffahrt, Buhnenfelder mit Rückströmungen und wechselnde Wassertiefen machen sie auch für gute Schwimmer gefährlich. Das gilt unabhängig davon, wie ruhig sie an einem Sommertag aussieht.
Die Regeln, die überall gelten
- Nichtschwimmer in Griffweite, siehe Wasserspiele für Nichtschwimmer.
- Nicht ins unbekannte Wasser springen.
- Nicht überhitzt hineinspringen.
- Aufblasbares nur bei auflandigem Wind und in Ufernähe.
- Kinder nie „kurz“ allein lassen.
Woher wir das wissen
Die Verwechslung, die Gästen am häufigsten passiert, betrifft Kiesseen: Der Einstieg ist flach und sandig, und drei Meter weiter geht es steil hinunter. Wer die Stelle vorher abgeht, sieht das – vom Handtuch aus nicht.