Camping ist für Alleinerziehende attraktiv: keine Halbpension zu Einzelzimmerpreisen, viel Platz, Kinder, die sich selbst beschäftigen. Der Haken ist die Gleichzeitigkeit – es gibt niemanden, der das Kind hält, während man den Hering einschlägt.

Die Ausrüstung anders wählen

  • Aufbau allein möglich. Ein Zelt, das zu zweit gedacht ist, wird allein zum Problem. Tunnelzelte mit durchgesteckten Bögen und Pop-up-Systeme sind hier klar im Vorteil.
  • Weniger Volumen. Alles, was mitkommt, muss man selbst tragen, ein- und ausräumen.
  • Mietunterkunft erwägen. Mobilheim oder Mietzelt nehmen den gesamten Aufbau heraus – für einen ersten Urlaub allein mit Kindern oft die klügere Entscheidung, siehe Ohne eigene Ausrüstung campen.
  • Kocher statt Küche. Ein Gericht, ein Topf – siehe One-Pot-Küche.

Den Platz nach anderen Kriterien wählen

  1. Kurze Wege. Nähe zum Sanitärgebäude ist wichtiger als sonst, weil man nicht jemanden beim Kind lassen kann.
  2. Einsehbarer Spielplatz. Vom Stellplatz aus sehen zu können, wo die Kinder sind, ersetzt eine zweite Person.
  3. Familienplatz statt ruhiger Naturplatz. Andere Kinder sind hier keine Nebensache, sondern die Entlastung.
  4. Gastronomie auf dem Platz. Ein Abend, an dem nicht gekocht und nicht gespült wird, ist mehr wert als er kostet.

Der Ablauf am Anreisetag

Früh ankommen, Kinder zuerst versorgen und mit einer Aufgabe binden, dann aufbauen. Wer das Zelt vorher einmal allein zu Hause aufgestellt hat, spart am Anreisetag die Hälfte der Zeit und den größten Teil der Anspannung. Zur Reihenfolge siehe Anreise mit Kindern planen.

Hilfe annehmen

Auf einem Campingplatz wird geholfen, und zwar unaufgefordert. Wer allein mit zwei Kindern ein Zelt aufbaut, bekommt in der Regel innerhalb von zehn Minuten Unterstützung angeboten. Das anzunehmen ist keine Schwäche, sondern Teil der Platzkultur – und man revanchiert sich beim nächsten, der ankommt.

Die eigene Pause

Sie ist der Punkt, der am häufigsten untergeht. Zwei Stunden am Nachmittag, in denen die Kinder mit anderen unterwegs sind, sind kein Versäumnis. Wer sie sich nicht nimmt, fährt erschöpfter nach Hause, als er losgefahren ist – und das ist bei einem Elternteil ohne Ablösung ein realistisches Risiko, kein Wortspiel.

Kosten

Campingplätze rechnen nach Personen und Fahrzeug ab, nicht nach Zimmern. Für einen Erwachsenen mit Kindern ist das rechnerisch günstiger als fast jede andere Urlaubsform. Auf manchen Plätzen gibt es zudem Ermäßigungen für Kinder unter einem bestimmten Alter – das steht in der Preisliste des jeweiligen Platzes.

Woher wir das wissen

Alleinreisende Elternteile buchen bei uns überdurchschnittlich häufig Mietunterkünfte und Stellplätze nahe am Spielplatz. Beides hat denselben Grund, und beides ist die richtige Entscheidung.