Kurz-Fakten
- Wird mit der Buchung Vertragsbestandteil, nicht erst mit dem Lesen vor Ort
- Regelt typischerweise Nachtruhe, Schrittgeschwindigkeit, Feuer, Hunde, Besuch, Müll und Abwasser
- Gilt für alle Personen auf dem Platz, einschließlich Besuch und Tagesgästen
- Durchgesetzt wird sie über das Hausrecht, bis hin zum Platzverweis
- Jeder Platz hat eine eigene – es gibt keine bundesweit einheitliche Fassung
Bedeutung in der Praxis
Die Platzordnung ist kein Kleingedrucktes, sondern die Betriebsanleitung des Platzes. Sie beantwortet genau die Fragen, die sonst am zweiten Abend zu Ärger führen: Ab wann ist Ruhe, darf das Auto an den Stellplatz, wo darf der Hund frei laufen, wo wird das Spülwasser ausgekippt, dürfen Freunde zum Grillen kommen und wenn ja, unter welchen Bedingungen.
Zwei Punkte lohnen den Blick vor der Anreise. Erstens die Regelung zu Besuch: Auf vielen Plätzen sind Tagesgäste anzumelden und kostenpflichtig, weil sie Sanitäranlagen und Müllentsorgung mitnutzen. Zweitens die Regelung zu Fahrzeugen: Manche Plätze sind autofrei, auf anderen gilt Schrittgeschwindigkeit oder ein nächtliches Fahrverbot. Beides steht selten im Buchungsformular, aber immer in der Platzordnung.
Was regelmäßig missverstanden wird: Die Platzordnung ersetzt keine gesetzlichen Pflichten und hebt keine auf. Die Aufsicht über die eigenen Kinder bleibt bei den Sorgeberechtigten, auch wenn die Platzordnung dazu nichts sagt. Und umgekehrt darf eine Platzordnung nichts erlauben, was die Landesverordnungen untersagen – etwa offenes Feuer bei ausgerufener Waldbrandgefahr.
Wie unterschiedlich Plätze das ausgestalten, zeigt ein Blick in einzelne Regelungen. Beim Familien-Campingplatz Bertingen ist neben der Nachtruhe basslastige Musik ganztägig untersagt – eine Regel, die man in dieser Form selten findet und die mehr über den Platz sagt als jede Selbstbeschreibung. Umgekehrt versteht sich derselbe Platz ausdrücklich als „freier Campingplatz“ ohne strikte Regelungen: nicht parzelliert, mit offenen Wiesen statt nummerierter Felder. Beides steht in derselben Platzordnung und ist kein Widerspruch – sie regelt das Miteinander, nicht die Fläche.
Für Kinder: Auf jedem Platz gibt es ein paar Regeln, die für alle gelten – wann es leise wird, wo man Rad fahren darf und wo nicht. Sie hängen meistens an der Rezeption.