Die Frage wird meistens als Geschmacksfrage geführt. Sie ist aber eine Rechenaufgabe mit drei Größen: Anschaffungskosten, Aufwand je Aufenthalt und wie oft man fährt.
Das Zelt
Anschaffung: für eine vierköpfige Familie mit ordentlichem Zelt, Matten, Schlafsäcken, Stühlen und Küche schnell im vierstelligen Bereich, gebraucht deutlich darunter.
Aufwand je Aufenthalt: hoch. Auf- und Abbau kosten mit Kindern zusammen etwa drei Stunden, dazu Packen und Trocknen zu Hause.
Wofür es spricht: Nähe zum Draußen, geringes Gewicht, geringe laufende Kosten, freie Platzwahl auch auf kleinen Flächen. Kinder erleben Wetter unmittelbar, und das ist der halbe Reiz.
Wogegen: Bei Dauerregen ohne Vorzelt gibt es keinen trockenen Aufenthaltsraum. Bei Kälte hängt alles an der Unterlage. Für Wochenendfahrten ist das Verhältnis von Aufbauzeit zu Aufenthalt ungünstig.
Der Wohnwagen
Anschaffung: gebraucht ab einigen tausend Euro, dazu Anhängerkupplung, Versicherung, Steuer, Stellplatz im Winter.
Aufwand je Aufenthalt: mittel. Ankuppeln, hinstellen, ausrichten – in einer halben Stunde steht alles. Dafür kommt Technik dazu: Gas, Wasser, Toilette, Feuchtigkeit.
Wofür es spricht: feste Betten, ein Dach bei jedem Wetter, Kühlschrank, eigene Toilette. Ab etwa sechs Aufenthalten im Jahr rechnet sich das gegenüber Mieten.
Wogegen: Man fährt ein Gespann. Rangieren, Stützlast, Tempolimit, enge Plätze – das will geübt sein, und der erste Versuch findet ungern vor Publikum statt.
Die Mietunterkunft
Anschaffung: keine.
Aufwand je Aufenthalt: gering. Ankommen, Schlüssel holen, fertig.
Wofür es spricht: der Einstieg ohne Risiko. Wer nicht weiß, ob die Familie Camping mag, kauft sonst für über tausend Euro auf Verdacht. Nach zwei Nächten in einer Hütte wissen alle Beteiligten, woran sie sind. Mit Kleinkindern ist es außerdem die einzige Variante, bei der der Mittagsschlaf zuverlässig funktioniert.
Wogegen: der höchste Preis je Nacht und die geringste Flexibilität – gebucht wird im Voraus, spontan ist im Sommer nichts frei.
Die Rechnung
Ein grober Anhaltspunkt: Bis etwa vier Aufenthalte im Jahr ist Mieten günstiger als jede Anschaffung. Zwischen vier und acht wird das Zelt interessant. Ab acht bis zehn Aufenthalten, oder sobald jemand mehrere Wochen am Stück fährt, beginnt sich ein Wohnwagen zu rechnen – und ab dem Punkt, an dem man ohnehin immer denselben Platz ansteuert, der Saisonstellplatz.
Die ehrliche Empfehlung
Beim ersten Mal mieten. Nicht weil Zelten schlechter wäre, sondern weil die Entscheidung danach auf Erfahrung beruht statt auf einer Vorstellung. Wer nach dem ersten Wochenende ein Zelt kauft, kauft ein anderes als vorher.
Woher wir das wissen
Familien, die beim ersten Mal eine feste Unterkunft hatten, kommen deutlich häufiger wieder als Familien, deren erstes Wochenende im Zelt verregnet war. Die Reihenfolge ist entscheidender als die Ausrüstung.