Camping gilt als günstiger Urlaub. Das stimmt, aber nicht überall, wo man es erwartet. Diese Aufstellung nennt Posten, keine Beträge – Preise veralten, Strukturen nicht.
Was auf der Platzrechnung steht
- Standgebühr je Nacht für den Stellplatz
- Personen – Erwachsene und Kinder getrennt, Kinder oft nach Alterstufen gestaffelt
- Strom – entweder pauschal je Nacht oder nach Zähler
- Hund, falls einer dabei ist
- Kurtaxe oder Gästebeitrag, je nach Gemeinde
- Duschen – auf manchen Plätzen inklusive, auf anderen je Nutzung
Der zweite Punkt ist der, der Familien überrascht. Auf vielen Plätzen kostet nicht der Platz, sondern die Anzahl der Personen den Großteil der Rechnung. Eine fünfköpfige Familie zahlt deutlich mehr als ein Paar auf demselben Stück Wiese.
Was nebenbei anfällt
- Anfahrt. Bei einem Gespann steigt der Verbrauch spürbar. Wer 500 Kilometer fährt, sollte das einrechnen.
- Lebensmittel. Nicht günstiger als zu Hause, eher teurer – kleinere Mengen, weniger Auswahl, kein Vorrat.
- Auswärts essen. Ein Restaurantbesuch für vier entspricht ungefähr den Lebensmitteln für zwei Tage.
- Ausflüge. Der größte schwankende Posten. Ein Zoobesuch für vier ist eine eigene Rechnung.
- Gas. Eine Flasche hält bei Sommerbetrieb lange, beim Heizen im Frühjahr deutlich kürzer.
Wo Camping wirklich günstiger ist
Nicht bei der Übernachtung an sich – ein Stellplatz für fünf Personen in der Hauptsaison ist kein Schnäppchen. Günstiger wird es an drei anderen Stellen:
- Selbstversorgung. Wer eine Küche hat, isst nicht dreimal am Tag auswärts.
- Programm. Der Spielplatz, die Wiese und der Badeteich kosten nichts, und Kinder brauchen dort tatsächlich nichts anderes.
- Anschaffung amortisiert sich. Ab dem zweiten Jahr fällt der größte Posten weg.
Der ehrliche Vergleich
Gegen eine Pauschalreise mit Vollpension gerechnet, ist Camping bei einer Woche mit vier Personen fast immer günstiger – aber nicht dramatisch. Gegen eine Ferienwohnung gerechnet, hängt es an der Vorsaison: In der Nebensaison sind Ferienwohnungen konkurrenzfähig, in den Sommerferien selten.
Wirklich deutlich wird der Unterschied erst bei Familien, die mehrmals im Jahr für ein Wochenende fahren. Dort schlägt die eigene Ausrüstung jede gebuchte Übernachtung.
Woher wir das wissen
Der Anreisetag ist der stärkste Abend im Restaurant, und der Freitagabend im Kiosk der umsatzstärkste Zeitraum der Woche. Beides zeigt dasselbe: Die geplanten Kosten stimmen meistens, die ungeplanten fallen am ersten Tag an.