Auf einem Schlafsack stehen meist drei Temperaturen. Sie sind genormt und trotzdem für Kinder nur eingeschränkt brauchbar.
Die drei Zahlen
- Komforttemperatur. Bei dieser Temperatur schläft eine erwachsene Frau in entspannter Haltung, ohne zu frieren. Das ist der einzige Wert, an dem man sich orientieren sollte.
- Grenztemperatur (Limit). Hier schläft ein erwachsener Mann noch, zusammengerollt, an der Grenze. Kein Wert für Urlaub.
- Extremtemperatur. Überlebensbereich, nicht Schlafbereich. Für die Auswahl völlig unbrauchbar.
Für Familien gilt also: Nur die Komforttemperatur zählt, und selbst die ist optimistisch.
Warum sie für Kinder nicht passt
Die Norm prüft mit standardisierten erwachsenen Testpersonen. Kinder haben im Verhältnis zu ihrem Volumen mehr Körperoberfläche und geben dadurch schneller Wärme ab. Als grober Aufschlag hat sich bewährt: Was für Erwachsene bei fünf Grad passt, sollte man bei Kindern eher bei zehn Grad ansetzen.
Die Größe ist wichtiger als die Zahl
Ein Kind in einem Erwachsenenschlafsack heizt einen halben Kubikmeter Luft mit. Das gelingt nicht. Der Schlafsack sollte etwa zwanzig Zentimeter länger sein als das Kind, nicht mehr.
Wenn kein passender da ist: das Fußende mit Kleidung ausstopfen oder mit einer Schnur abbinden. Das verkleinert den Innenraum und wirkt sofort – deutlich mehr als eine zusätzliche Decke obenauf.
Mitwachsende Schlafsäcke
Es gibt Modelle mit verstellbarer Länge. Sie sind eine sinnvolle Anschaffung, weil Kinder schneller wachsen, als ein Schlafsack verschleißt. Nachteil: Die Verstellung sitzt meist am Fußende und macht den Sack dort etwas kälter.
Füllung
Kunstfaser ist für Kinder die richtige Wahl: unempfindlich gegen Feuchtigkeit, waschbar, günstiger, wärmt auch klamm noch. Daune ist leichter und kleiner packbar, aber empfindlich – und bei Kindern ist Feuchtigkeit keine Ausnahme, sondern die Regel.
Deckenschlafsack oder Mumienschlafsack
Der Deckenschlafsack lässt sich aufklappen, zwei davon zusammenkoppeln, und Kinder finden ihn weniger beengend. Der Mumienschlafsack wärmt bei gleicher Füllmenge besser, weil weniger Luftvolumen aufzuheizen ist. Für Sommercamping mit Kindern ist der Deckenschlafsack meist die praktischere Wahl, für kühle Nächte der Mumienschlafsack.
Was zusätzlich hilft
- Trockene Kleidung zum Schlafen – Kinder gehen aufgeheizt ins Zelt und kühlen in der durchgeschwitzten Kleidung aus.
- Eine dünne Mütze bei Nächten unter zehn Grad.
- Ein Inlett aus Baumwolle oder Fleece. Es wärmt zusätzlich und lässt sich einfacher waschen als der ganze Schlafsack.
- Eine Reservedecke griffbereit im Zelt, nicht im Auto.
Woher wir das wissen
Auch im Hochsommer fällt die Temperatur in Flussnähe nachts regelmäßig auf einstellige Werte. Ein reiner Sommerschlafsack reicht dann für Kinder nicht – das ist der häufigste Grund für die Frage nach der zweiten Decke.