Die Trenntoilette ist die auffälligste Veränderung in der Campingtechnik der letzten Jahre. Sie löst reale Probleme und schafft neue.

Wie sie funktioniert

Urin und Feststoffe werden über eine geformte Sitzschale getrennt aufgefangen: Urin läuft nach vorn in einen Kanister, Feststoffe fallen nach hinten in einen Behälter mit Einstreu – meist Kokosfaser, Sägespäne oder Hanfstreu.

Der entscheidende Punkt: Geruch entsteht überwiegend, wenn beides zusammenkommt. Getrennt bleibt eine richtig genutzte Trenntoilette weitgehend geruchsfrei, ohne jeden Zusatz.

Was dafür spricht

  • Keine Sanitärchemie. Kein Nachkaufen, kein Dosieren, keine Entsorgungsfrage.
  • Kein schwerer Kassettentransport. Der Urinkanister fasst meist zehn Liter, der Feststoffbehälter ist leicht.
  • Unabhängigkeit von Entsorgungsstationen. Urin ist an vielen Stellen entsorgbar, Feststoffe je nach Regelung im Restmüll.
  • Kein Schwappen, kein Geruch beim Fahren.
  • Weniger Wasserverbrauch, weil nicht gespült wird.

Was dagegen spricht

  • Die Trennung muss funktionieren. Sie setzt voraus, dass im Sitzen und zielgenau benutzt wird. Mit kleinen Kindern ist das der kritische Punkt.
  • Der Urinkanister ist schnell voll. Bei vier Personen oft täglich.
  • Einstreu muss mitgeführt werden.
  • Die Entsorgung der Feststoffe ist nicht überall gleich geregelt. Was auf einem Platz gilt, sagt dessen Platzordnung.
  • Anschaffungskosten liegen deutlich über einer Kassettentoilette.

Für Familien im Besonderen

Zwei Punkte:

Erstens die Bedienung. Kinder unter etwa sechs Jahren treffen nicht zuverlässig. Wo die Trennung nicht funktioniert, entsteht genau der Geruch, den man vermeiden wollte. Wer umsteigen will, sollte das zu Hause ausprobieren, nicht am ersten Urlaubstag.

Zweitens der Rhythmus. Ein Zehn-Liter-Urinkanister reicht bei vier Personen etwa einen Tag. Das ist häufiger als eine Kassette, dafür deutlich leichter zu tragen.

Der Umbau

Eine Trenntoilette lässt sich in den meisten Fahrzeugen an der Stelle der vorhandenen Kassettentoilette einbauen; manche Modelle sind darauf ausgelegt. Bei fest eingebauten Kassettentoiletten mit Außenklappe ist der Umbau aufwendiger und die Klappe bleibt ungenutzt.

Die ehrliche Empfehlung

Für Paare, Alleinreisende und alle, die viel abseits von Entsorgungsstationen stehen: eine deutliche Verbesserung. Für Familien mit kleinen Kindern: erst ausprobieren. Für Gelegenheitscamper mit zwei Wochenenden im Jahr: der Aufwand lohnt nicht.

Woher wir das wissen

Wer umgestiegen ist, steigt selten zurück. Wer es mit Kleinkindern versucht hat, manchmal schon.