Stendal ist die größte Stadt der Altmark und war Mitglied der Hanse. Was davon geblieben ist, steht noch: Backsteinbauten, ein Dom, zwei mächtige Stadttore und ein Marktplatz mit Roland. Für Familien ist die Stadt vor allem deshalb interessant, weil sich alles zu Fuß erreichen lässt.
Was Kinder anschauen können
- Die Stadttore. Das Uenglinger Tor und das Tangermünder Tor gehören zu den auffälligsten Backsteintoren der Region. Sie wirken auf Kinder wie Burgen – und das ist die richtige Reaktion.
- Der Roland auf dem Markt. Eine Steinfigur mit Schwert, die für Stadtrechte stand. Die Frage, warum eine Stadt eine solche Figur aufstellt, lässt sich in zwei Sätzen beantworten und bleibt hängen.
- Der Dom St. Nikolaus. Bekannt vor allem für seine mittelalterlichen Glasfenster. Für Kinder ist die Größe des Raums der Eindruck, nicht die Kunstgeschichte. Der Eintrag im Verzeichnis steht unter Dom St. Nikolaus.
- Die Marienkirche mit ihrer Kunstuhr am Markt.
Das Winckelmann-Museum
Johann Joachim Winckelmann, der Begründer der wissenschaftlichen Archäologie und Kunstgeschichte, wurde in Stendal geboren. Das nach ihm benannte Museum hat neben der Dauerausstellung einen Bereich, der ausdrücklich für Kinder gemacht ist – mit einer umfangreichen Spielzeugsammlung und Mitmachangeboten zur Antike. Das ist die verlässlichste Adresse der Stadt für einen Regentag mit Kindern.
Ein Halbtag, der funktioniert
- Am Uenglinger Tor beginnen. Es ist der eindrücklichste Punkt, und Kinder starten gern mit dem Größten.
- Zu Fuß in die Altstadt, über den Markt mit Roland und Rathaus.
- Eine Kirche – eine, nicht drei.
- Museum oder Spielplatz, je nach Wetter.
- Eis oder Einkehr zum Abschluss. Ohne diesen Punkt endet ein Stadttag mit Kindern selten gut.
Öffnungszeiten, Führungen und Preise stehen bei den jeweiligen Einrichtungen und ändern sich – deshalb nicht hier.
Anreise
Stendal ist von Bertingen aus mit dem Auto ein Halbtagsziel und liegt an der Bahnstrecke zwischen Magdeburg und dem Norden – das macht die Stadt zu einem der wenigen Ziele in der Region, die sich ohne Auto gut erreichen lassen, siehe Anreise ohne Auto. Mit dem Rad ist die Verbindung über den Elberadweg und Tangermünde möglich, aber für Familien eine Tagestour.
Die ehrliche Einordnung
Stendal ist keine Touristenstadt, und das merkt man. Für Kinder unter sechs ist ein Stadttag mit Backsteinarchitektur begrenzt spannend – dann trägt das Museum den Ausflug, nicht die Altstadt. Mit Schulkindern, die Geschichte gerade im Unterricht haben, sieht das anders aus.
Woher wir das wissen
Der Punkt, der bei Kindern verlässlich funktioniert, sind die Stadttore. Sie sind groß, man steht davor, und die Frage „Wozu war das?“ beantwortet sich fast von selbst – anders als bei einer Kirche, die man erklären muss.