Wer nur im Hochsommer kommt, kennt den Teich als Badestelle. Er ist aber ein Lebensraum mit einem Jahresrhythmus, und der lässt sich mit Kindern beobachten, ohne dass jemand etwas erklären muss.

März: das Wasser wacht auf

Die ersten warmen Tage bringen Bewegung an die Oberfläche. Am Ufer schwimmen Wasserläufer, im flachen Wasser stehen die ersten Pflanzentriebe. Wer genau hinsieht, findet Laichballen – gallertartige Klumpen mit schwarzen Punkten darin.

April: Kaulquappen

Der Monat, in dem Kinder am meisten davon haben. Aus dem Laich werden Kaulquappen, zunächst winzig, dann handhabbar groß. Sie stehen in Ufernähe in warmem, flachem Wasser. Anschauen ja, mitnehmen nein – Amphibien sind geschützt.

Mai: alles wird grün

Die Ufervegetation wächst schnell. Schilf schiebt, Seerosenblätter kommen an die Oberfläche. Am Ufer beginnt das Konzert der Frösche, das man abends im Zelt gut hört.

Juni: Libellen schlüpfen

Der schönste Vorgang des Jahres und einer, den die meisten Kinder noch nie gesehen haben: Libellenlarven klettern an Halmen aus dem Wasser, die Larvenhaut platzt auf, und das fertige Tier zieht sich heraus und lässt die Flügel trocknen. Das dauert eine Stunde und lässt sich in Ruhe beobachten. Die leeren Larvenhäute bleiben an den Halmen hängen – man findet sie den ganzen Sommer.

Juli: die Badezeit

Das Wasser ist auf Temperatur, die Pflanzen stehen. Jetzt ist der Teich das, wofür ihn alle kennen. Gleichzeitig ist es die Zeit, in der man am wenigsten beobachtet – zu viel Bewegung im Wasser.

August: warm und trüb

Nach Wochen Wärme wird das Wasser trüber. Das ist normal und kein Zeichen mangelnder Pflege: Algen und Kleinstlebewesen vermehren sich bei Wärme. Wer Kindern das erklärt, nimmt Erwachsenen gleich mit die Sorge.

September: Ruhe kehrt ein

Die Wassertemperatur hält sich noch, der Betrieb lässt nach. Der beste Monat zum Beobachten: Wasserkäfer, Molche in Ufernähe, Libellen bei der Eiablage.

Oktober: Schilfschnitt und Spiegel

Die Vegetation zieht sich zurück, das Wasser wird klarer als im ganzen Sommer. An windstillen Morgen liegt der Teich wie ein Spiegel – der Monat für Fotos.

November: alles unter Wasser

Frösche, Molche und Libellenlarven überwintern im Schlamm oder am Grund. Oben sieht man fast nichts mehr, und genau das lässt sich Kindern gut erzählen: Der Teich ist nicht leer, er ist eingezogen.

Dezember bis Februar: Eis

Bei anhaltendem Frost bildet sich Eis. Betreten ist tabu – die Tragfähigkeit ist bei einem Naturbadeteich mit unterschiedlichen Tiefen nicht einschätzbar, und niemand gibt sie frei. Vom Ufer aus lässt sich beobachten, wie Luftblasen im Eis eingeschlossen werden.

Beobachten ohne zu stören

  • Ein weißer Teller oder eine helle Schüssel mit Wasser macht Kleinstlebewesen sichtbar – kurz ansehen, dann zurück ins Wasser
  • Kescher nur mit weichem Netz, und nie länger als ein paar Minuten
  • Amphibien, Larven und Laich bleiben im Teich. Sie sind geschützt.
  • Nach dem Beobachten Hände waschen

Woher wir das wissen

Der Libellenschlupf im Juni ist der Moment, wegen dem Kinder abends erzählen wollen. Er kostet nichts, dauert eine Stunde und passiert jedes Jahr an denselben Halmen.