Wer ohne Landstrom campt, braucht nicht automatisch eine große Anlage. Entscheidend ist, was tatsächlich betrieben werden soll.

Die drei Größenordnungen

Powerbank – bis etwa 100 Wattstunden

Reicht für: zwei bis drei Handys über ein Wochenende, eine Stirnlampe nachladen, ein Tablet.

Für Zeltcamper an einem Wochenende ist das die vollständige Antwort. 20.000 Milliamperestunden entsprechen grob 74 Wattstunden – genug für rund fünf Handyladungen.

Powerstation – 300 bis 1.500 Wattstunden

Reicht für: Kompressorkühlbox, Beleuchtung, Laden mehrerer Geräte, kleine Pumpe.

Eine Kompressorkühlbox zieht über den Tag verteilt etwa 200 bis 400 Wattstunden, je nach Außentemperatur. Eine 500-Wattstunden-Station trägt sie also gut einen Tag, eine mit 1.000 zwei bis drei.

Was sie nicht leistet: alles mit Heizwendel. Ein Wasserkocher mit 2.000 Watt entleert eine 500-Wattstunden-Station in einer Viertelstunde – und viele Stationen liefern gar nicht genug Dauerleistung dafür.

Aufbaubatterie mit Solar – im Fahrzeug

Die Lösung für Wohnwagen und Wohnmobil. Fest verbaut, größer, mit Ladung über Lichtmaschine, Landstrom und Solar.

Solar realistisch gerechnet

Ein 100-Watt-Panel liefert nicht 100 Watt mal Sonnenstunden. Realistisch sind je nach Jahreszeit, Ausrichtung und Wetter 20 bis 40 Prozent der Nennleistung als Tagesertrag in Wattstunden je Watt Nennleistung – bei einem 100-Watt-Panel also grob 200 bis 400 Wattstunden an einem guten Sommertag, im Frühjahr und unter Bäumen deutlich weniger.

Der wichtigste Punkt: Schatten. Schon ein Ast über dem Panel senkt den Ertrag drastisch. Ein Stellplatz unter Bäumen ist angenehm und für Solar ungeeignet.

Die Entscheidungshilfe

BedarfLösung
Handys, WochenendePowerbank
Kühlbox, eine Woche mit Landstrom-ZwischenladungPowerstation ab 500 Wh
Kühlbox, autark über mehrere TagePowerstation ab 1.000 Wh plus Solar
Wohnwagen mit Kühlschrank und PumpeAufbaubatterie, ggf. mit Solar
Wasserkocher, Föhn, HeizungLandstrom – keine Batterie

Woher wir das wissen

Die häufigste Enttäuschung mit Solar betrifft nicht die Technik, sondern den Standort. Wer Schatten sucht, weil es angenehm ist, bekommt keinen Strom – und umgekehrt.