Die meisten Bastelprojekte enden in einer Kiste. Eine selbst gebaute Pose nicht: Sie kommt ans Wasser, sie steht senkrecht oder eben nicht, und beim ersten Biss taucht sie ab. Deshalb ist sie eines der besseren Regentagsprojekte.
Was eine Pose macht
Eine Pose – der Schwimmer an der Angelschnur – hat zwei Aufgaben: Sie hält den Köder in einer bestimmten Tiefe, und sie zeigt den Biss an. Damit das funktioniert, muss sie austariert sein: so beschwert, dass nur die farbige Spitze aus dem Wasser ragt. Genau dieses Austarieren ist der lehrreiche Teil und ganz nebenbei angewandte Physik.
Material
- Ein Stück Balsaholz, Kork oder Schilfrohr als Körper – leicht und gut zu bearbeiten.
- Ein Holzspieß oder Bambusstab als Kiel und Antenne.
- Schleifpapier in zwei Körnungen.
- Wasserfeste Farbe, die Spitze in Signalfarbe.
- Kleine Öse oder ein Stück Draht für die Schnurführung.
- Bleischrote oder Klebegewichte zum Austarieren – Blei nur unter Aufsicht und danach Hände waschen; bleifreie Gewichte sind die bessere Wahl.
Die Schritte
- Form schleifen. Tropfen- oder Spindelform, unten schmaler. Perfekt muss sie nicht sein, symmetrisch schon.
- Loch bohren und den Stab durchstecken, unten länger als oben. Kleben und trocknen lassen.
- Grundieren und lackieren, dazwischen trocknen lassen. Die Spitze in Rot oder Orange.
- Öse anbringen, unten am Kiel oder seitlich.
- Austarieren. In einem Eimer Wasser Gewichte an der Schnur hinzufügen, bis nur noch die Spitze herausschaut. Das ist der Moment, in dem das Projekt fertig ist.
Warum es als Familienprojekt taugt
- Es dauert zwei Nachmittage mit Trockenzeit dazwischen – gut für zwei Regentage.
- Jeder baut eine eigene und erkennt sie am Wasser wieder.
- Der Test ist eindeutig. Sie steht oder sie liegt. Kein Erwachsener muss loben.
- Es gibt Physik dazu, ohne dass man sie erklären muss: Auftrieb, Schwerpunkt, Gleichgewicht.
Bevor sie ins Wasser kommt
Zum Angeln gehören Papiere, nicht nur Ausrüstung – was gilt, steht im Beitrag Angeln mit Kindern. Wer nicht angeln will, kann die Pose trotzdem testen: Ein Eimer, eine Regentonne oder der flache Uferbereich reichen völlig, um zu sehen, ob sie steht.
Die Grenze
Bohren, Schneiden und Lackieren gehören unter Aufsicht, und Lack braucht Belüftung – im Vorzelt bei geöffneter Seite oder im Freien, nicht im geschlossenen Wohnwagen. Bleigewichte fasst man nicht mit feuchten Fingern an und lässt sie nicht bei kleinen Kindern liegen; wo es bleifreie Alternativen gibt, nimmt man die.
Woher wir das wissen
Der Moment, der bei Kindern hängen bleibt, ist nicht das Lackieren, sondern das Austarieren im Eimer. Ein Schrot zu viel, und die Pose versinkt – ein Schrot zu wenig, und sie liegt quer. Das ist eine der wenigen Bastelaufgaben mit einer klaren richtigen Antwort.