Angeln ist in Deutschland kein freies Freizeitvergnügen, sondern geregelt. Wer mit Kindern angeln will, klärt zuerst die Papiere – alles andere ist danach einfach.
Was rechtlich gilt
Zum Angeln braucht man in aller Regel zweierlei: einen Fischereischein, der eine bestandene Prüfung voraussetzt, und einen Erlaubnisschein für das konkrete Gewässer, ausgegeben vom Bewirtschafter. Für Kinder und Jugendliche gibt es in mehreren Bundesländern Sonderregelungen – etwa einen Jugendfischereischein oder das Angeln in Begleitung einer erwachsenen Person mit gültigem Schein.
Was in Sachsen-Anhalt konkret gilt, welches Mindestalter angesetzt ist und welche Papiere für welches Gewässer nötig sind, sagt die zuständige Behörde beziehungsweise der Gewässerbewirtschafter. Diese Regeln ändern sich, und sie unterscheiden sich zwischen den Ländern – deshalb steht hier keine Zusammenfassung, die man beim Kontrollgang vorzeigen könnte.
Der Tierschutz
Das Tierschutzgesetz gilt beim Angeln uneingeschränkt. Praktisch heißt das unter anderem: Ein gefangener Fisch, der entnommen wird, ist unverzüglich und fachgerecht zu töten; Angeln ohne die Absicht der Verwertung ist nicht zulässig. Beides ist Teil der Prüfungsinhalte und keine Nebensache. Für Kinder ist genau dieser Punkt der schwierigste – deshalb gehört er vor den ersten Angeltag und nicht an sein Ende.
Wie ein erster Angeltag abläuft
- Kurz halten. Zwei Stunden sind für Grundschulkinder viel. Wer sechs Stunden plant, plant den Frust mit ein.
- Auf Beißfreudiges gehen. Für Kinder zählt der Biss, nicht der Rekord. Ein Nachmittag mit kleinen Fischen ist besser als ein Tag Warten auf einen großen.
- Eine Rute pro Kind, kurz und leicht. Zwei Kinder an einer Rute streiten.
- Beschäftigung nebenbei einplanen: Köder vorbereiten, Pose beobachten, Kescher halten.
- Aufhören, bevor es kippt. Der Zeitpunkt liegt früher, als man denkt.
Am Wasser
- Schwimmweste für Nichtschwimmer und an steilen oder rutschigen Ufern für alle Kinder.
- Haken sind scharf. Widerhaken machen Verletzungen deutlich schlimmer – ein angedrückter Widerhaken ist für Anfänger die vernünftigere Wahl.
- Zangen und Messer gehören zur Ausrüstung und nicht in Kinderhände ohne Aufsicht.
- Blick nach hinten vor dem Wurf. Der häufigste Angelunfall ist ein Haken in einem Ohr.
An der Elbe und in der Region
Die Elbe, ihre Altarme und die Kiesseen der Umgebung sind unterschiedlich bewirtschaftet, und in Schutzgebieten gelten zusätzliche Einschränkungen. Wo geangelt werden darf, sagt der jeweilige Bewirtschafter; Uferbereiche in Schutzzonen sind teils ganzjährig gesperrt, siehe Naturschutz im Biosphärenreservat.
Woher wir das wissen
Die Kinder, die vom Angeln begeistert zurückkommen, haben fast nie den größten Fisch gefangen. Sie hatten eine Rute für sich allein und durften nach anderthalb Stunden aufhören.