Auf einer Plancha liegt das Gargut auf einer massiven, gleichmäßig heißen Platte statt auf Stäben über offener Hitze. Der Unterschied ist größer, als er klingt – und er lässt sich zu Hause mit einfachem Gerät annähern.
Was die Platte anders macht
- Vollflächiger Kontakt. Die Kruste entsteht überall, nicht nur an den Streifen. Das ist der eigentliche Unterschied im Geschmack.
- Kein Tropfen ins Feuer. Fett und Saft bleiben auf der Platte. Es gibt keine Stichflammen, keinen Rauchgeschmack und keine verbrannten Stellen.
- Der Bratensatz bleibt nutzbar. Was auf der Platte bleibt, wird zur Grundlage für Gemüse oder eine Sauce – das geht auf dem Rost nicht.
- Kleines Gargut ist möglich. Garnelen, Zwiebelringe, Spargelstücke, Pilze fallen nicht durch.
- Gleichmäßige Hitze. Eine Zone bleibt eine Zone, statt über einer Kohleschüttung zu schwanken.
Zum grundsätzlichen Unterschied der Garmethoden siehe Grillen, Smoken, Plancha.
Wie man es zu Hause nachbaut
- Gusseiserne Grillplatte auf den vorhandenen Grill legen. Die günstigste Annäherung, funktioniert auf Gas und Kohle.
- Schwere Gusspfanne auf dem Herd. Für zwei Portionen völlig ausreichend, für vier zu klein.
- Stahlplatte auf dem Gasgrill. Wer mehr will, nimmt eine massive Platte – entscheidend ist die Masse, nicht die Marke. Dünnes Blech kühlt beim Auflegen sofort ab und dämpft statt zu braten.
Die vier Regeln beim Arbeiten
- Richtig vorheizen. Die Platte muss heiß sein, bevor etwas darauf liegt – sonst klebt es. Der Wassertropfen-Test: Ein Tropfen soll perlen und tanzen, nicht sofort verdampfen und nicht liegen bleiben.
- Wenig Öl, hoch erhitzbar. Öl kommt aufs Gargut oder dünn auf die Platte, nicht in eine Lache.
- Nicht überladen. Zu viel auf einmal senkt die Temperatur, und dann kocht das Fleisch im eigenen Saft.
- Nicht ständig wenden. Einmal liegen lassen, bis sich die Kruste bildet und das Stück sich von selbst löst.
Reinigen
Solange die Platte heiß ist: mit dem Schaber ablösen, mit etwas Wasser ablöschen, abziehen, trocknen und dünn einölen. Gusseisen kommt nicht in die Spülmaschine und braucht kein Spülmittel – die eingebrannte Schicht ist der Antihaft-Effekt und soll bleiben.
Was besonders gut funktioniert
Steaks und dickere Fleischstücke, Burger-Patties, Garnelen, Zwiebeln, Paprika, Pilze, grüner Spargel, Halloumi, Bratkartoffeln. Weniger geeignet: alles, was lange Garzeit bei niedriger Temperatur braucht – dafür ist der geschlossene Grill oder der Ofen zuständig.
Woher wir das wissen
Der häufigste Fehler in einer Küche, die auf Direkthitze umstellt, ist eine zu kalte Platte. Alles andere – Öl, Würzung, Wendezeitpunkt – ist zweitrangig gegenüber der Frage, ob genug Hitze im Material steckt, um sie beim Auflegen nicht zu verlieren.
Offenlegung
Das Restaurant „Zum Indianer“ liegt am Familien-Campingplatz Bertingen und gehört zum selben Betrieb wie dieses Portal. Termine, Preise und Anmeldung stehen ausschließlich auf zum-indianer.de – hier steht nur, worum es geht. Wie wir mit solchen Fällen umgehen, erklären die Redaktionellen Grundsätze.